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Der Ankläger, der Haftbefehle gegen Netanjahu und Putin forderte, ist suspendiert: Gerechtigkeit oder Politik?

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Der Ankläger, der Haftbefehle gegen Netanjahu und Putin forderte, ist suspendiert: Gerechtigkeit oder Politik?

Der Mann, der die Verhaftung von Benjamin Netanjahu und Wladimir Putin forderte, steht nun selbst unter Untersuchung. Karim Khan, Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, wurde wegen Vorwürfen sexueller Belästigung von seinem Amt suspendiert - ein Fall, der die Glaubwürdigkeit der mächtigsten Institution für Kriegsverbrechen der Welt infrage stellt.

Die Vorwürfe sind nicht von gestern. Schon 2024 beschuldigte eine enge Mitarbeiterin Khan, sie über einen längeren Zeitraum belästigt und angeblich zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. Die interne Aufsichtsbehörde der Vereinten Nationen schloss eine Untersuchung ab und legte ihre Erkenntnisse im Dezember 2025 vor, doch der Bericht bleibt vertraulich, ebenso wie das Gutachten des dreiköpfigen Richtergremiums, das ihn prüfte. Khan, 56 Jahre alt, bestreitet die Vorwürfe und will ins Amt zurückkehren, sobald der Fall geklärt ist.

Das Timing ist alles andere als unschuldig. Seit 2021 erließ Khan Haftbefehle gegen Netanjahu, Putin und andere - Schritte, wegen derer die USA starken Druck auf das Gericht ausübten und Sanktionen gegen seine Mitarbeiter und Richter verhängten. Wenn ein Ankläger, der Premiers und Präsidenten verfolgt, plötzlich über einen Skandal stürzt, bleibt immer die Frage, wie viel davon Gerechtigkeit und wie viel Politik ist.

Die endgültige Entscheidung über Khans Schicksal treffen die Mitgliedstaaten in einer Sondersitzung. Nur 125 Staaten haben den Gründungsvertrag des Gerichts unterzeichnet, darunter alle EU-Mitglieder - aber nicht die USA, Russland und Israel, gerade die drei Länder, deren Führer den meisten Grund haben, sich dieses Gericht schwach zu wünschen. Unabhängig davon, ob die Vorwürfe wahr sind, kommen sie zu einem Zeitpunkt, an dem viele Mächtige längst davon träumen, den Ankläger entfernt zu sehen.