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Frachtschiff im Schwarzen Meer vor der rumänischen Küste gesunken: Zwölf gerettet, und niemand sagt, wer geschossen hat

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Frachtschiff im Schwarzen Meer vor der rumänischen Küste gesunken: Zwölf gerettet, und niemand sagt, wer geschossen hat

Ein Frachtschiff hat Feuer gefangen und ist im Schwarzen Meer gesunken, nachdem es rund 32 Kilometer vom Dorf Sfantu Gheorghe im Donaudelta getroffen worden war - in der ausschliesslichen Wirtschaftszone Rumäniens. Das heisst: in den Gewässern eines Landes, das sowohl der NATO als auch der Europäischen Union angehört, und nicht in den ukrainischen, wo solche Angriffe Alltag geworden sind.

Nach dem Treffer brach an Bord ein Brand aus, danach sank das Schiff. Alle 12 Besatzungsmitglieder wurden gerettet; ein Seemann wurde verletzt, die übrigen wurden evakuiert, nachdem der Zustand des Schiffes kritisch geworden war.

Niemand sagt, wer geschossen hat

Und hier bleibt die Geschichte stehen. Die rumänischen Behörden müssen erst noch feststellen, was genau das Schiff getroffen hat, woher der Treffer kam und ob das Schiff ein absichtliches Ziel war. Bislang gibt es auf keine dieser drei Fragen eine Antwort.

Es ist auch nicht der erste Vorfall in diesem Streifen. In derselben Region gab es bereits mehrere sicherheitsrelevante Ereignisse im Zusammenhang mit der Schifffahrt, mit Drohnen und mit dem Krieg in der Ukraine - was die Zuordnung der Verantwortung für Einzelfälle zusätzlich erschwert. Wenn sich Vorfälle aneinanderreihen, landet jeder weitere leichter auf dem Stapel der „ungeklärten“.

Genau das ist bemerkenswert. Ein getroffenes Schiff in der Wirtschaftszone eines NATO-Mitglieds, zwölf gerettete Menschen, ein gesunkenes Schiff - und kein einziger Name. Ein Krieg, der offiziell an einem Ort geführt wird, hat die sauberen Grenzen vom Anfang längst verloren.

Über das Schwarze Meer laufen Weizen, Dünger und Öl - es ist einer der wichtigsten Exportkorridore für Getreide aus diesem Teil der Welt. Jedes dort getroffene Schiff treibt die Versicherungsprämien hoch und verändert Routen, und Versicherer warten keine Ermittlung ab, um die Risikozone neu zu berechnen.

Die Lage wird beobachtet, weitere Informationen werden von den rumänischen See- und Sicherheitsbehörden erwartet. Die bisherige Erfahrung mit solchen Fällen sagt: Die Antwort kommt, wenn überhaupt, sehr viel später als die Aufmerksamkeit.