Der Wind, der uns traf, hatte Orkanstärke: 130 km/h in Skopje, und die Stadt fiel beim ersten Stoß
22.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Vikola Tomović lebt seit 2012 in seinem Ferienhaus nahe Gazivode. Seit heute stehen die Bagger vor seiner Tür. „Ich habe kein anderes Zuhause”, sagt der Mann - und das ist die ganze Geschichte, in vier Worten zusammengefasst.
Die Geschichte kommt vom Ufer des Gazivode-Sees, bei Zubin Potok, wo das Unternehmen „Ibar-Lepenac” begann, ein Dutzend Ferienhäuser im Besitz von Serben abzureißen. Tomović erhielt am 3. Juli einen Abrissbescheid. Zuvor, sagt er, habe die Polizei ihm mündlich versichert, sein Besitz werde nicht abgerissen. Mündlich - also weder auf Papier, noch mit Unterschrift, noch mit einer Garantie, die am nächsten Tag etwas wert ist.
„Ich bekam von Veton Elshani die mündliche Zusicherung, dass sie nicht abreißen würden”, erzählt Tomović. Er hatte kein schriftliches Dokument, das das Eigentum schützt. Er behauptet, das Grundstück habe früher dem Staatsunternehmen „Srbija šume” gehört und er besitze Dokumente über das Nutzungsrecht am Land - Dokumente, die die Behörden ihm zufolge nicht anerkennen wollen.
„Wenn ich ein Usurpator von drei Ar Land bin, dann sollen sie eben abreißen. Ich bleibe trotzdem hier. Ich habe nirgendwo anders hin. Das ist alles, was ich habe”, sagt er. Ein Mann, der Flüchtling ist, der schon einmal ein Zuhause verloren hat, sieht nun zu, wie das zweite vor seinen Augen abgerissen wird. Mit wem hat er darüber gesprochen? Mit den internationalen Vertretern, die kürzlich vorbeikamen - denselben, die immer „vorbeikommen”, während die Abrissbescheide trotzdem eintreffen.
Dies ist keine Geschichte über Geopolitik, über Fronten und Großmächte. Dies ist eine Geschichte über drei Ar Land und ein Dach. Doch gerade solche Geschichten zeichnen das wahre Verhältnis der Institutionen zu den Menschen unter ihnen - egal, ob die Institution Pristina, Belgrad oder Skopje heißt. Wenn die Zusicherung mündlich und der Abrissbescheid auf Papier ist, weiß jeder auf dem Balkan, welches von beidem schwerer wiegt.
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