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Die Satire kostete 500.000 Euro im Jahr: Belgrad ging auf die Straße, nachdem ein Fonds aus Lissabon die Sendung eingestellt hat

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Die Satire kostete 500.000 Euro im Jahr: Belgrad ging auf die Straße, nachdem ein Fonds aus Lissabon die Sendung eingestellt hat

Dreizehn Jahre lang nahm eine Satiresendung die Macht in Serbien aufs Korn. Jetzt gibt es sie nicht mehr, und die Erklärung ist buchhalterisch.

Tausende gingen in Belgrad auf die Straße, weil „24 minuta“, die Sendung von Zoran Kesic, eingestellt wurde. Organisiert wurde der Protest von Journalistenverbänden, darunter NUNS und UNS, unterstützt von Medien wie N1 und Nova.rs. Der Zug führte am Parlament und am Präsidialamt vorbei - zwei Adressen, die so gewählt waren, dass die Botschaft keine weitere Erklärung braucht.

Der offizielle Grund: 500.000 Euro

Der neue Eigentümer des Senders Nova S, der portugiesische Investmentfonds Alpac Capital, nannte finanzielle Gründe. Demnach kostete das Programm über 500.000 Euro jährlich für weniger als 30 Stunden Inhalt. Die Zahl ist so korrekt wie unbestritten - erklärt aber für sich genommen nicht, warum nach dreizehn Jahren plötzlich jemand ausgerechnet über dieser Sendung den Taschenrechner aufschlägt und nicht über einer anderen.

Kesic hält die Entscheidung für politisch, mit einer schwer zu entkräftenden Begründung: Humor erreicht ein Publikum, das die Nachrichten nicht erreichen. Angekündigt ist, dass die Sendung ab dem 19. September auf YouTube weiterläuft.

Was auf dem Platz gesagt wurde

„Wir haben als Berufsstand und als Gesellschaft zu viele Niederlagen erlitten. Wir können das nicht länger hinnehmen“, sagte NUNS-Präsident Zeljko Bodrozic. Olivera Kovacevic aus dem Vorstand des UNS wurde deutlicher: „Eine Gesellschaft, die gehorsame Propagandisten statt Journalisten heranzieht, hat keine Zukunft.“

Die Schauspielerin Ceca Bojkovic fragte, ob die Behörden wirklich glauben, mit dem Abschalten einer Sendung die Unzufriedenheit der Bürger zum Schweigen zu bringen, und fügte hinzu, das Land habe sich in den vergangenen 14 Jahren grundlegend verändert.

Eigentümer in Lissabon, Wirkung in Belgrad

Hier steckt ein Detail, das Aufmerksamkeit verdient. Die Entscheidung traf kein Ministerium, keine Regulierungsbehörde, kein Gericht - sie traf ein Fonds mit Sitz außerhalb des Landes, auf Basis einer Kostentabelle. Das ist die reinste Form moderner Zensur: Niemand hat etwas verboten, der Posten rechnete sich schlicht nicht mehr.

Die Frage, die von hier zurück in die Region weist, ist gerade deshalb unbequem, weil sie überall anwendbar ist. Wenn Medien in die Hände von Fonds übergehen, die ausschließlich auf die Kosten je Programmstunde schauen, wer finanziert dann die Inhalte, die der Macht unangenehm sind? Die Antwort lautet vorerst YouTube - und das ist keine Lösung, das ist ein vorübergehender Unterschlupf.