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Fünf Fälle häuslicher Gewalt an zwei Tagen - und vier Tage Wartezeit, bis zwei von ihnen überhaupt Anzeige erstatteten

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Fünf Fälle häuslicher Gewalt an zwei Tagen - und vier Tage Wartezeit, bis zwei von ihnen überhaupt Anzeige erstatteten

In einem einzigen Polizeibulletin, das zwei Tage abdeckt, kommen fünf Fälle von Gewalt innerhalb von Familien zusammen. In dreien meldeten Männer, von ihren Ehefrauen angegriffen worden zu sein, in einem schlug ein Vater den eigenen Sohn, in einem griff ein Bruder seinen Bruder an.

Das ist keine Statistik, die üblicherweise zitiert wird, deshalb lohnt es sich, sie konkret aufzuführen.

In Veles nahmen Polizisten eine 54-jährige Frau und einen 51-jährigen Mann fest. Zuvor hatte ein 56-jähriger Veleser angezeigt, dass seine Frau ihn zu Hause körperlich angegriffen habe und dass ihm davor der Ehemann seiner Lebensgefährtin telefonisch gedroht habe. Staatsanwaltschaft und Zentrum für Sozialarbeit wurden informiert.

In Berovo zeigte ein 45-jähriger Mann an, dass seine 34-jährige Frau nach einem Streit im Haus ihn und den minderjährigen Sohn körperlich angegriffen habe.

In Skopje, im Gebiet Centar, zeigte ein 44-jähriger Mann an, von seiner 37-jährigen Frau angegriffen worden zu sein.

In Prilep nahm die Polizei einen 39-jährigen Mann fest, der den eigenen Sohn körperlich angriff und ihm Verletzungen zufügte. In Tetovo wiederum wurde Strafanzeige gegen einen 28-Jährigen erstattet, der im Elternhaus seinen Bruder angriff.

Was das Bulletin zeigt und die Statistik selten erfasst

In der öffentlichen Debatte wird häusliche Gewalt fast immer als Gewalt gegen Frauen erzählt - und das hat einen Grund, denn dort sind die Zahlen am schwersten. Doch genau deshalb verdienen diese fünf Fälle Aufmerksamkeit: Sie zeigen, dass dasselbe Problem auch Richtungen hat, die unsichtbar bleiben, darunter Kinder, die von den eigenen Eltern angegriffen werden.

Gemeinsam ist ihnen etwas anderes. In allen Fällen musste jemand selbst hingehen und Anzeige erstatten, damit der Fall überhaupt in einem Bulletin auftaucht. Der 44-jährige Mann aus Centar wartete vier Tage, bevor er sich an die Polizei wandte - der Vorfall war am 6. September, die Anzeige am 10. Aus Berovo dieselbe Differenz: der Angriff am 6. September, die Anzeige am 10.

Vier Tage. So lange brauchen Menschen, um zu entscheiden, dass das, was ihnen im eigenen Zuhause widerfahren ist, überhaupt eine Sache für die Polizei ist.

In jedem der Fälle wurden Staatsanwaltschaft und Zentrum für Sozialarbeit informiert, nach der Dokumentation folgen die entsprechenden Anträge. Das ist das Verfahren, und es funktioniert. Die Frage, die das Bulletin hinterlässt, ist, wie viele Fälle es nie dorthin geschafft haben, weil niemand hinging und Anzeige erstattete.