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Öl über 94 Dollar gesprungen wegen der Spannungen USA-Iran: Wenn die Großen um Öl kämpfen, wer zahlt die Differenz?

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Öl über 94 Dollar gesprungen wegen der Spannungen USA-Iran: Wenn die Großen um Öl kämpfen, wer zahlt die Differenz?

Die Geopolitik diktiert erneut die Energiepreise - und das ist vom Persischen Golf bis zur Zapfsäule an der Ecke zu spüren. Der Preis für „Brent”-Rohöl stieg am Mittwoch auf rund 94 Dollar pro Barrel, den höchsten Stand der vergangenen fünf Wochen, während Investoren die Risiken einer neuen Eskalation zwischen den USA und dem Iran und mögliche Lieferunterbrechungen aus dem Nahen Osten abwägen.

Die Zahlen sind klar. „Brent” wurde bei rund 94,66 Dollar pro Barrel gehandelt, ein Anstieg von fast vier Prozent, während das amerikanische WTI-Rohöl etwa 87,79 Dollar erreichte. Hinter dem Anstieg stehen verschärfte Spannungen im Nahen Osten, die begrenzte OPEC+-Produktion und die Angst, der Konflikt könnte die Transportrouten und die globalen Energieströme stören.

Der Hintergrund ist erschreckend konkret. Nach den militärischen Angriffen zwischen Washington und Teheran kündigte die Ansar-Allah-Bewegung eine Blockade der saudischen Häfen am Roten Meer an - eben jener Häfen, zu denen Saudi-Arabien seine Lieferungen umgeleitet hatte, um die blockierte Straße von Hormus zu umgehen. Jeder neue Schlag oder jede neue Einschränkung kann den Preis wieder nach oben treiben.

Doch vorerst erwartet der Markt keine vollständige, anhaltende Unterbrechung. Analysten schätzen, dass geopolitische Ereignisse kurzfristige Ausschläge verursachen können, aber ohne eine ernsthafte Störung der Produktion wird „Brent” wahrscheinlich in der Zone von 90 bis 100 Dollar bleiben. Mit anderen Worten: Der Markt zahlt eine höhere „Risikoprämie”, wettet aber noch nicht auf dauerhafte 110 Dollar.

Und hier kommt der Teil, der uns direkt betrifft, aber ohne leere Phrasen. Teures Öl trifft die importabhängigen Länder am härtesten - Indien, das über 85 Prozent des benötigten Öls importiert, sieht sich höheren Rechnungen, erneutem Inflationsdruck und einem sich vertiefenden Defizit gegenüber. Für eine Wirtschaft, die ihren gesamten Treibstoff importiert, ist jeder Dollar über 90 keine abstrakte Börsenzahl. Die Märkte schauen auf drei Dinge: den Nahen Osten, OPEC+ und die globale Nachfrage. Und die Frage, die über der Region hängt, ist von früher bekannt - wenn die Großen um Öl kämpfen, wer zahlt am Ende die Differenz?