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Erdbeben der Stärke 3,5 in Skopje - Epizentrum bei Morani, keine Schäden, wieder die alte Frage zum Risiko-Gebäuderegister

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Erdbeben der Stärke 3,5 in Skopje - Epizentrum bei Morani, keine Schäden, wieder die alte Frage zum Risiko-Gebäuderegister

Um 17:41 Uhr am 23. Mai registrierte Nordmazedonien ein Erdbeben der Stärke 3,5 auf der Richter-Skala. Das Epizentrum lag etwa 21 Kilometer östlich von Skopje, in der Region Morani. Das Beben war in Skopje, Kumanovo und den umliegenden Siedlungen zu spüren. Keine Schäden.

Das Beben wurde zunächst nicht bestätigt, später vom Europäisch-Mediterranen Seismologischen Zentrum (EMSC) verifiziert. Bürger beschrieben es in sozialen Netzwerken als "kurzes, aber intensives Beben". Genau das, was bei einem Beben dieser Stärke zu erwarten ist - man spürt es, aber moderne Gebäude nehmen keinen Schaden.

Für den Balkan und vor allem für Skopje ist jedes Erdbeben eine Mahnung. Die Stadt wurde schon einmal in zwei Hälften zerrissen - am 26. Juli 1963 - von einem Beben der Stärke 6,1 Momenten-Magnitude (etwa 6,9 nach Richter). Über 1.070 Tote, der größte Teil der Stadt zerstört. Skopje wurde aus den Trümmern wiederaufgebaut, mit internationaler Hilfe unter UN-Koordination. Das ist die Geschichte der Stadt - sie steht auf seismisch aktivem Boden, und das wird nie vergessen.

Das aktuelle Beben der Stärke 3,5 ist statistisch normal - Skopje registriert solche Intensitäten mehrmals im Jahr, das gehört zu dieser geologisch aktiven Region. Wenn es passiert, dauert die Diskussion in den sozialen Netzwerken eine Stunde, danach gehen alle zurück zu ihrer Arbeit. Trotzdem ist der Moment des Bebens für viele ältere Menschen, die 1963 erlebt haben, nicht banal - sie sehen jedes Beben als mögliche Wiederholung der größten Tragödie der Stadt.

Bauvorschriften sind heute deutlich besser als Mitte des letzten Jahrhunderts. Aber auch heute gibt es in Skopje Gebäude, die die aktuellen Erdbebenstandards nicht erfüllen - viele alte sozialistische Wohnblöcke oder informell errichtete Bauten der letzten drei Jahrzehnte. Das heutige kleine Beben ist eine gute Gelegenheit zu fragen: Haben die Bürgermeister der Skopjer Gemeinden ein aktuelles Register gefährdeter Gebäude? Und wenn ja - ist es öffentlich zugänglich? Die Antworten sind alle kurz. Und alle lauten "nein".