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Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin vor dem Urteil wegen vier Vergewaltigungen: Gilt die Gerechtigkeit auch im Palast?

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Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin vor dem Urteil wegen vier Vergewaltigungen: Gilt die Gerechtigkeit auch im Palast?

Norwegen, ein Land, das die Welt als Vorbild für Ordnung und Würde betrachtet, erwartet am Montag ein Urteil, das tief in die königliche Familie schneidet. Marius Borg Hoiby, der 29-jährige Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, steht einer Anklage mit 40 Punkten gegenüber, darunter vier Vergewaltigungen.

Hoiby ist kein Mitglied des Königshauses - er ist Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung und der Stiefsohn von Kronprinz Haakon, wuchs aber gemeinsam mit seinen Halbgeschwistern im Herzen des Hofes auf. Seit Februar 2024 sitzt er in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Strafe von sieben Jahren und sieben Monaten Gefängnis, während die Verteidigung auf nur ein Jahr und sechs Monate besteht. Hoiby selbst bestreitet die schwersten Vorwürfe, hat aber leichtere Drogen- und Verkehrsvergehen eingeräumt.

Die Details der Anklage sind schwer: Laut Staatsanwaltschaft fanden die Übergriffe statt, während die Opfer schliefen oder nach einem vorherigen einvernehmlichen Verhältnis wehrlos waren. Das Urteil wird für den 17. Juni erwartet, Hoiby nimmt per Videoverbindung daran teil, aus "gesundheitlichen Gründen", die nicht näher genannt wurden.

Für eine königliche Familie, die ihre gesamte Legitimität auf das Bild der Makellosigkeit baut, ist das ein Schlag mitten ins Herz. Und hier erkennt der Balkan etwas Vertrautes - Macht und ein Name wissen seit Langem, Türen zu öffnen und Münder zu schließen. Die Frage, die das norwegische Gericht am Montag beantwortet, ist einfach, und doch wird sie dort, wo die Krone ihren Schatten wirft, selten ehrlich gestellt: Gilt die Gerechtigkeit gleichermaßen auch für jene, die im Palast aufgewachsen sind? Die Antwort gibt, zumindest diesmal, das Gericht, nicht das höfische Protokoll.