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Eine Firma, deren Produkt andere Firmen sind, sammelte 100 Millionen Dollar ein: Die Konzerne bezahlen die Idee und behalten sie dann für sich

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Eine Firma, deren Produkt andere Firmen sind, sammelte 100 Millionen Dollar ein: Die Konzerne bezahlen die Idee und behalten sie dann für sich

Es gibt eine Firma, deren Produkt weder eine App noch ein Chip noch ein Modell ist. Ihr Produkt sind - andere Firmen. UP.Labs, die künftig unter dem Namen Vantora auftritt, hat 100 Millionen Dollar vom Investmentfonds Silversmith Capital Partners eingesammelt. Es ist ihre erste Investition von außen seit der Gründung 2022.

Das Modell ist einfach und, genau betrachtet, ziemlich alt. Vantora baut Start-ups auf Bestellung großer Konzerne. Die Kunden sind kein Publikum - sie sind zugleich die ersten Investoren und die ersten Käufer. Auf der Liste stehen Alaska Airlines, Porsche (der erste Partner, seit 2022), J.B. Hunt, Wabash und TDG, die Muttergesellschaft von Ashley Furniture, dazu Partner aus der Industrieproduktion und aus dem Öl- und Gassektor, die nicht genannt werden wollen.

Was sich dieses Jahr geändert hat, ist, wo diese Start-ups enden. Bisher wurden sie gebaut, um auf den Markt zu gehen. Jetzt hat der Partner die Option, das neue Unternehmen ins eigene Geschäft aufzunehmen und für sich zu behalten. Gründer und Vorstandschef John Kuolt nennt das „unsere eigene Pipeline für Fusionen und Übernahmen“ - eine schönere Art zu sagen, dass der Konzern die Entwicklung bezahlt, dann das Produkt nimmt und es mit niemandem teilt.

Warum sie sich überhaupt geändert haben. Kuolt sagt, mit dem alten Modell hätten sie die besten Ideen verpasst. „Wir haben die wertvollsten Probleme verfehlt, die gerade deshalb das größte Potenzial hatten“, sagt er. Er nennt auch ein konkretes Beispiel mit J.B. Hunt: „Sie sagten - auf keinen Fall tragt ihr das in die Welt hinaus - und deshalb haben wir die Idee verworfen.“ Mit dem neuen Modell werden solche Ideen nicht mehr verworfen, weil sie gar nicht erst nach draußen gelangen.

Diese Kehrtwende trieb die Firma tief in das, was die Branche physische künstliche Intelligenz nennt - Software, die Maschinen, Lastwagen, Fabriken und Flugzeuge steuert statt Text auf einem Bildschirm. Vantoras bisherige Projekte stammen genau aus dem Automobil-, Luftfahrt- und Logistiksektor.

Es lohnt sich festzuhalten, was das für jeden bedeutet, der in dasselbe Spiel einsteigen will. Wenn Innovation in große Konzerne hineinwandert und nur als deren internes System wieder auftaucht, bleibt nichts übrig, das jemand anderes kaufen, lizenzieren oder kopieren könnte. Der alte Zyklus - ein Start-up wächst, beweist sich, wird dann von einem Großen gekauft - hinterließ wenigstens Spuren in der Öffentlichkeit. Dieser hinterlässt nicht einmal das.

Eine Investition von 100 Millionen Dollar in eine Firma, die Firmen auf fremde Rechnung baut, ist auch eine klare Botschaft darüber, wohin sich die Macht verlagert. Nicht zu dem, der die Idee hat, sondern zu dem, der die Lastwagen, Flugzeuge und Fabriken hat, auf denen die Idee laufen kann.