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Schweden hat gewählt, und der Unterschied beträgt einen Sitz in einem Parlament mit 349 Abgeordneten

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Schweden hat gewählt, und der Unterschied beträgt einen Sitz in einem Parlament mit 349 Abgeordneten

Schweden hat gewählt, und der Unterschied beträgt einen Sitz in einem Parlament mit 349 Abgeordneten. Der Mitte-links-Block, der Magdalena Andersson als Regierungschefin unterstützt, liegt denkbar knapp vor dem rechten Block des amtierenden Premiers Ulf Kristersson. Die Stimmen werden noch ausgezählt, das Endergebnis stellt die Wahlbehörde rund eine Woche nach dem Wahltag fest.

Nachwahlbefragungen hatten einen deutlicheren Vorsprung für die Linke nahegelegt. Schwedische Nachwahlbefragungen sind meist nicht besonders treffsicher - 2022 sagten sie voraus, Anderssons Block werde dominieren, am Ende gewann die von Kristersson geführte Rechte. Wer heute Abend feiert, sollte diese Zahl im Hinterkopf behalten.

Ein Referendum, das niemand als Referendum angekündigt hat

Ein Sieg der Rechten würde bedeuten, dass die Schwedendemokraten - eine Partei mit neonazistischen Wurzeln, bei 17,2 Prozent - erstmals in eine Regierung eintreten und sie nicht nur von außen stützen. Deshalb sehen viele diese Wahl als Referendum genau über diese Partei. Die Frage war, ob ein Land mit 10,6 Millionen Einwohnern sich weiter nach rechts bewegt oder zu jenem Liberalismus zurückkehrt, der jahrzehntelang seine Visitenkarte war.

Die Antwort lautet, wie es derzeit aussieht: weder noch. Halbe-halbe, mit einem Sitz Unterschied.

Wenn ein knappes Ergebnis selbst die Botschaft ist

Schweden war in Westeuropa jahrelang das Beispiel für Stabilität und Konsens. Heute ist sein Parlament in zwei Blöcke geteilt, zwischen denen weniger liegt als ein Zählfehler. Das ist kein schwedisches Phänomen - es ist der aktuelle Zustand in weiten Teilen Europas, wo zwei Lager etwa gleich viele Wähler haben und keines genug, um mühelos zu regieren.

Der Balkan kennt diese Szene aus der Nähe: eine Regierung, die aus Teilen zusammengesetzt wird, Koalitionen, deren Verhandlung länger dauert als ihr Bestehen, und eine neue Wahlnacht, die früher kommt als geplant. Der Unterschied ist, dass dort der Wahlkampf vorbei ist, während die Auszählung weiterläuft. Würde man bei uns bei einem Sitz Unterschied das Endergebnis so ruhig abwarten?