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Das griechische Königshaus musste öffentlich erklären, dass es kein Geld verlangt: Betrüger arbeiten bereits mit ihren Gesichtern und Namen

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Das griechische Königshaus musste öffentlich erklären, dass es kein Geld verlangt: Betrüger arbeiten bereits mit ihren Gesichtern und Namen

Königsfamilien in ganz Europa klagen seit Jahrzehnten, es blickten zu viele Augen auf sie. Diesmal ist das Problem umgekehrt: Jemand hat sie sehr genau beobachtet, Namen und Gesichter übernommen und begonnen, in ihrem Namen Geld zu fordern. Das Büro der griechischen Königsfamilie gab am 9. September eine Mitteilung heraus, die eher wie eine Anleitung zur Selbstverteidigung klingt als wie eine höfische Verlautbarung.

Die Botschaft ist kurz und lässt keinen Deutungsspielraum: Pavlos von Griechenland und die Mitglieder der ehemaligen griechischen Königsfamilie beteiligen sich nicht an Verfahren zur finanziellen Unterstützung per Telefon, Videoanruf oder Internet und verlangen niemals Geld oder Bankdaten. Wenn eine Institution genau das schreiben muss, hat es jemand bereits versucht.

Die Arbeitsweise der Betrüger ist nicht neu und verlangt keine technische Meisterleistung. Man legt ein Profil an, meist auf Facebook, lädt echte, überall verfügbare Fotos hoch und wartet, bis jemand es glaubt. 2024 meldete ein 74-Jähriger, jemand, der sich als Prinz Pavlos ausgab, habe ihm eine Mitgliedschaft in einem Klub mit besonderen Privilegien angeboten - im Tausch gegen Geld und persönliche Daten. 2025 entdeckte Prinzessin Marie-Chantal ein gefälschtes Facebook-Konto mit ihrem Namen und ihren Fotos.

Die Antwort des Hofes war, eine offizielle Liste verifizierter Konten zu veröffentlichen. Das ist ein Eingeständnis, dass die Abwehr solcher Betrügereien nicht mehr Aufgabe der Polizei ist, sondern des Opfers selbst, dessen Identität gestohlen wird. Wer genau sollte diese Profile löschen, und wer tut es am Ende?

Spanien hat dieselbe Geschichte, nur unter anderem Namen. Im Januar 2026 warnte die Stiftung „Prinzessin von Asturien“ vor Betrugsfällen, in denen sich jemand als Prinzessin Leonor ausgab - mit einer Formulierung, die keinen Zweifel lässt: Ihre Hoheit erbittet, bietet und verwaltet unter keinen Umständen Geldbeiträge. Im Juli meldete dieselbe Stiftung einen weit professioneller vorbereiteten Betrug: das Angebot angeblicher VIP-Plätze in der Nähe der Königsfamilie bei der Preisverleihung, verschickt über WhatsApp und E-Mail, mit PDF-Dokumenten, die amtlich aussahen.

Das ist der Teil, den man festhalten sollte. Es geht nicht um Briefe voller Rechtschreibfehler von einem Prinzen im Exil. Es geht um Dokumente mit korrektem Erscheinungsbild, mit Logos an der richtigen Stelle und über einen Kommunikationskanal, den das Opfer ohnehin täglich nutzt. Der Unterschied zwischen echt und falsch reduziert sich darauf, ob der Empfänger weiß, wo er nachprüfen kann.

Und damit hört die Geschichte auf, von Kronen zu handeln. Wenn eine Institution mit Hofapparat, Rechtsabteilung und der Möglichkeit, eine offizielle Liste zu veröffentlichen, immer noch öffentlich bitten muss, kein Geld zu schicken - was hat dann ein gewöhnlicher Mensch, der dieselbe Nachricht mit dem Namen einer Bank, einer Gemeinde oder eines Inkassounternehmens erhält? Eine Liste verifizierter Konten hat nur, wer jemanden hat, der sie ihm schreibt.