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Waymo bringt das Robotaxi nach München, kommerziell fahren wird es aber erst Ende 2027: Deutschland schrieb das Gesetz vor fünf Jahren

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Waymo bringt das Robotaxi nach München, kommerziell fahren wird es aber erst Ende 2027: Deutschland schrieb das Gesetz vor fünf Jahren

Waymo, das Alphabet gehörende Unternehmen für autonome Fahrzeuge, hat angekündigt, in München einen Robotaxi-Dienst starten zu wollen. Die Ankündigung kam Monate, nachdem das Unternehmen seine Rechtsgesellschaft in Deutschland gegründet hatte, was heißt: Die Vorbereitungen laufen länger, als die Mitteilung vermuten lässt.

Der Weg zur ersten bezahlten Fahrt ist lang, und Waymo verschweigt nicht, wie lang. Zuerst wird manuell gefahren, um die Straßen zu kartieren. Dann wird mit einem Menschen am Steuer getestet. Dann wird der Mensch entfernt, aber in den Fahrzeugen sitzen nur Mitarbeiter, Journalisten und geladene Gäste. Und erst dann, wenn die Aufsicht Ja sagt, öffnet sich der Dienst für die Öffentlichkeit. Das Unternehmen sagt, es arbeite mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), mit den Landesbehörden und mit lokalen Stellen zusammen, und erwarte den kommerziellen Betrieb gegen Ende 2027. Also: eine Nachricht über etwas, das in mehr als einem Jahr passieren wird.

Warum Deutschland und kein anderes europäisches Land? Weil Deutschland vor über fünf Jahren einen Rechtsrahmen für autonomes Fahren verabschiedete und damit als erstes in der Europäischen Union Fahrzeuge der Stufe 4 regulierte - Systeme, die unter bestimmten Bedingungen allein fahren, ohne dass ein Mensch übernehmen muss. Das Gesetz kam vor den Fahrzeugen. Das ist eine Reihenfolge, die wir hier selten sehen.

Und das Ergebnis zeigt sich. Nach den jüngsten KBA-Daten haben in Deutschland Mobileye und Volkswagen Testgenehmigungen, ebenso das britische Start-up Wayve und das israelische Autobrains - wobei die meisten auf Stufe 3 liegen, wo der Fahrer dennoch übernehmen können muss. Waymo hat dort interessanterweise derzeit gar keine Genehmigung. Die Ankündigung kommt vor dem Dokument.

Deutschland ist nicht das einzige europäische Schlachtfeld. London formt sich als zweites Terrain: Waymo sagt, einen kommerziellen Dienst dort im Lauf des Jahres 2026 zu starten, was das Unternehmen direkt gegen Wayve und dessen Partner Uber stellt, während das chinesische Baidu bereits gemeinsam mit Lyft und Freenow in der Stadt testet. Amerikanische, britische und chinesische Systeme im Wettlauf, wer zuerst durch eine europäische Stadt fährt - und europäische Firmen überwiegend in der Rolle des Partners oder der Teststrecke.

Der Balkan kommt in dieser Geschichte mit keinem Wort vor, und das ist der Punkt. Technologie geht nicht dorthin, wo es die meisten Fahrzeuge gibt, sondern dorthin, wo es ein Gesetz gibt, das mit ihr umzugehen weiß. München bekommt das Robotaxi nicht, weil es eine reiche Stadt ist, sondern weil sich vor fünf Jahren jemand hingesetzt und eine Regel für etwas geschrieben hat, das es damals nicht gab.