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Ein wegen Drogen festgenommener Dealer stieg aus dem Fenster einer Polizeistation, und erst danach schrieb das Innenministerium einen internationalen Haftbefehl gegen ihn aus. Eine Geschichte, die wie eine schlechte Komödie klingt, aber völlig real ist - und ernste Fragen darüber aufwirft, wie das Sicherheitssystem tatsächlich funktioniert.
Laut Innenministerium nahmen Polizeibeamte am 9. Juli gegen 23:55 Uhr am Ortseingang des zu Vinica gehörenden Dorfes Istibanja zwei Männer aus Kočani fest - J.J. (25) und Aleksandar Lazarov (41). Bei der Durchsuchung des „Subaru", in dem sie saßen, fand und beschlagnahmte die Polizei eine weiße pulverförmige Substanz. Einen Tag später, am 10. Juli um 20:35 Uhr, öffnete Lazarov - bekannt als „Cuna" - während er in der Polizeistation in Kočani festgehalten wurde, das Fenster des Raumes und floh einfach.
Erst nachdem er geflohen war, am 14. Juli, schrieb das Innenministerium auf Antrag des Amtsgerichts in Kočani einen internationalen Haftbefehl gegen ihn aus. Genau diese Reihenfolge - erst die Flucht, dann der Haftbefehl - ist es, die einen Sturm auslöst. Lazarov wird übrigens auch mit der Tragödie im Nachtklub „Puls" in Verbindung gebracht.
Die oppositionelle SDSM reagierte scharf und forderte den Rücktritt von Innenminister Panče Toškovski, wobei sie dies nicht als gewöhnliches Versäumnis, sondern als „ernsthaften Sicherheitsskandal" bewertete. Von der Regierung gibt es bislang keine detaillierte Antwort auf die Frage, wie es überhaupt möglich ist, dass ein Festgenommener aus dem Fenster einer Polizeistation flieht. Und das ist die entscheidende Frage, egal wer sie stellt: Wenn ein Festgenommener einfach ein Fenster öffnen und hinausgehen kann, was bedeutet das für jeden anderen in Gewahrsam - und wie groß ist der Unterschied zwischen einer Polizeistation und einer offenen Tür? Jemand muss die Verantwortung übernehmen. Die Frage ist nur, ob es jemand tun wird.
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