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Glücksspiel ist eine Krankheit, wenn es zur Sucht wird

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Glücksspiel ist eine Krankheit, wenn es zur Sucht wird

In der Medizin heißt es Gambling Disorder (Störung durch Glücksspielen) und ist als psychische Störung anerkannt. Es geht nicht nur um eine „schlechte Angewohnheit" oder einen Mangel an Willenskraft, sondern um einen Zustand, der die Hirnmechanismen für Belohnung, Impulskontrolle und Entscheidungsfindung beeinflusst.

Die häufigsten Anzeichen sind:

  • Ein ständiges Bedürfnis, immer größere Geldsummen zu setzen.
  • Erfolglose Versuche, mit dem Glücksspiel aufzuhören.
  • Über das Glücksspiel einen großen Teil des Tages nachzudenken.
  • Glücksspiel, um frühere Verluste auszugleichen.
  • Familie oder Freunde über das ausgegebene Geld belügen.
  • Finanzielle Probleme, Schulden oder der Verkauf von Eigentum wegen des Glücksspiels.
  • Beschädigte familiäre, berufliche oder soziale Beziehungen.

Nicht jeder, der einen Wettschein einzahlt oder im Casino spielt, ist süchtig. Der Unterschied liegt darin, ob die Person aufhören kann, wenn sie will, und ob das Glücksspiel beginnt, ihr Leben zu kontrollieren.

Wenn der Staat wirklich gegen die Spielsucht kämpfen will, dann braucht er keine kosmetischen Änderungen und kein Aufhübschen des Gesetzes, sondern mutige und substanzielle Maßnahmen. Glücksspiel ist als Sucht anerkannt, die Familien zerstört, Schulden schafft, Armut verursacht und dauerhafte Folgen für die psychische Gesundheit hinterlässt.

Deshalb ist die eigentliche Frage nicht, ob das Casino 200, 500 oder 1.000 Meter von der Schule entfernt sein wird, sondern warum es überhaupt in einem bewohnten Ort liegt. Solange Automaten und Wettbüros an jeder Ecke stehen, für jeden Bürger zugänglich, besonders für die Jungen, kann der Staat nicht ernsthaft behaupten, einen Kampf gegen die Sucht zu führen.

Das neue Gesetz hinterlässt den Eindruck administrativer Schminke, die das wesentliche Problem nicht löst. Wenn es einen echten politischen Willen gibt, ist eine schrittweise vollständige Verlagerung der Casinos und Wettbüros aus den bewohnten Orten nötig, eine strenge Kontrolle ihres Betriebs und eine erhebliche Einschränkung ihrer Verfügbarkeit.

Die Gesellschaft darf nicht von einer Krankheit profitieren, die die Bürger zerstört. Je mehr Süchtige es gibt, desto mehr verdient die Glücksspielindustrie. Das ist ein Konflikt, den kein verantwortungsvoller Staat ignorieren darf.

Wenn Glücksspiel eine Krankheit ist, dann ist der Platz der Casinos nicht im Zentrum der Städte und neben den Schulen, sondern außerhalb des Alltags der Bürger. Alles andere ist nur Schminke, keine Lösung.