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Meloni erschien nicht beim Gipfel in Tivat - und der leere Stuhl sagt mehr als eine Rede

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Meloni erschien nicht beim Gipfel in Tivat - und der leere Stuhl sagt mehr als eine Rede

Manchmal sagt ein leerer Stuhl mehr als alle Reden zusammen. Giorgia Meloni erschien nicht beim EU - Westbalkan-Gipfel, der am 4. und 5. Juni in Tivat stattfand, obwohl ihr Name im offiziellen Programm stand. Und in der europäischen Diplomatie ist Abwesenheit selten zufällig.

Die italienische Premierministerin erklärte das Fernbleiben offiziell mit einer Verspätung wegen einer Zeremonie in Reggio Calabria - dem 212. Jahrestag der italienischen Carabinieri, der sich länger als geplant hinzog. Doch die italienischen Medien lesen die Szene anders: Meloni zog sich zurück, weil sie mit dem europäischen Ansatz gegenüber der Ukraine nicht einverstanden ist, besonders nach Selenskyjs Aufruf zum Dialog mit Putin.

Roms Position ist klar und wird nicht verborgen. Italien weigert sich, Soldaten in die Ukraine zu schicken, und Regierungsvertreter beurteilen, dass jegliche Vereinbarung mit Moskau ohne US-Beteiligung unmöglich ist - selbst mit vereinten „anglo-französisch-deutschen" diplomatischen Bemühungen. Übersetzt: Europa kann reden, so viel es will, doch ohne Washington bleiben Worte nur Worte.

Der Riss unter den europäischen Staats- und Regierungschefs über die Ukraine ist nicht neu, wird aber immer sichtbarer. Und genau das beobachtet der Balkan mit besonderer Aufmerksamkeit - denn bei diesem Gipfel war unsere Region Gastgeber, und das Hauptthema war jemandes fremder Krieg. Wenn sich die Großen untereinander aufteilen, warten die Kleinen meist an der Tür, um zu sehen, wem sie sich anschließen. Die Frage ist, ob überhaupt jemand uns fragt.