Skip to content

Moskau fordert die Abrüstung Pjöngjangs nicht mehr: Die Partnerschaft ohne Grenzen hat ihre erste Grenze

1 Min. Lesezeit
Teilen
Moskau fordert die Abrüstung Pjöngjangs nicht mehr: Die Partnerschaft ohne Grenzen hat ihre erste Grenze

Russland wird internationale Forderungen nach der Entfernung von Atomwaffen von der koreanischen Halbinsel nicht mehr unterstützen. Damit hat Moskau öffentlich eine Politik verworfen, die es jahrelang gemeinsam mit China vertreten hat - und die amerikanische Druckstrategie gegenüber Pjöngjang getroffen.

Die Aussage, die keinen Deutungsspielraum lässt

Die Kehrtwende bestätigte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach dem Treffen der ASEAN-Minister in Manila.

„Wir haben bestätigt, was wir offiziell schon vor zwei Jahren mitgeteilt haben: Unter Bedingungen, in denen um Nordkorea recht aggressive Spiele gespielt werden, mit dem offenen Ziel, es einzudämmen oder sogar zu bestimmten militärischen Handlungen zu provozieren, schließen wir uns Aufrufen zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel nicht mehr an”, erklärte Lawrow.

Vor zwei Jahren wurde dasselbe mitgeteilt und blieb unbemerkt. Jetzt wurde es an einem Tisch gesagt, an dem auch China sitzt - und darin liegt der Unterschied.

Warum das in Peking schmerzt, nicht in Washington

Russland war jahrzehntelang Teil der Sechser-Gespräche zur Denuklearisierung, gemeinsam mit China, beiden Koreas, den USA und Japan. Es stimmte auch für Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Pjöngjang. Das war kein russischer Gefallen an Amerika - es war eine gemeinsame Linie mit China, das ein nukleares Nordkorea nie an seiner Grenze wollte.

Deshalb kam die Reaktion von dort. Chinesische Analysten beschrieben den Schritt als eine der bedeutendsten Kehrtwenden der russischen Nordkorea-Politik. Das offizielle Peking hält an der Linie einer politischen Lösung fest, doch chinesische Medien verbargen ihre Überraschung nicht.

Die Abschlusserklärung, der eine Unterschrift fehlt

Das symbolträchtigste Detail: Die Abschlusserklärung des ASEAN-Regionalforums rief erneut zur Denuklearisierung auf - und im selben Moment wies Moskau diese Forderung zurück. Ohne Veto, ohne Drama. Es steht schlicht nicht mehr unter dem Text.

Damit ändert sich die russische Sicht von Grund auf: Das nordkoreanische Arsenal ist kein zu beseitigendes Problem mehr, sondern eine dauerhafte sicherheitspolitische Gegebenheit, mit der die Welt leben wird.

Die Partnerschaft, die alle als „ohne Grenzen” beschrieben, hat offensichtlich mindestens eine. Und das ist für uns keine Kleinigkeit - jeder neue Riss zwischen Moskau und Peking verändert, wie die Großen über alles andere verhandeln, auch über den Krieg, der uns am nächsten ist.