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Schweden sperrt ab 1. Juli 13-Jährige ein - echte Gefängnisse mit Eisengittern, gegen den Rat des eigenen Justizvollzugs

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Schweden sperrt ab 1. Juli 13-Jährige ein - echte Gefängnisse mit Eisengittern, gegen den Rat des eigenen Justizvollzugs

Schweden wird ab dem 1. Juli dieses Jahres beginnen, Kinder ab 13 Jahren in Haft zu nehmen. Nicht in Jugendheimen oder Spezialeinrichtungen - in echten Gefängnissen, mit Eisengittern, Metalltüren und verschlossenen Trakten. Die Justizvollzugsanstalt Rosersberg nahe Stockholm ist die erste dafür eingerichtete Einrichtung.

In Rosersberg sollen bis zu fünf Minderjährige pro Trakt untergebracht werden, in vier getrennten Sektionen. Die Zellen werden als „Zimmer in einem Studentenwohnheim" präsentiert - mit Schreibtisch, Bücherregal und Fernseher. Aber die Tür ist schwer, aus Metall, mit Tastatur, die von außen verriegelt. Eine Zelle, die wie ein Studentenzimmer aussieht, ist trotzdem kein Studentenzimmer.

Selbst die schwedische Anstaltsleitung und der Bewährungshilfedienst waren gegen das Gesetz. Der Direktor von Rosersberg, Gabriel Wessman, verbirgt das nicht: „Jeder Mensch, der ins Gefängnis kommt, ist zuallererst - und vor allem - ein Versagen vieler Institutionen vor uns." So redet ein Direktor über etwas, das per staatlicher Entscheidung passiert. Seine Haltung deckte sich nicht mit der Politik, aber er muss sie umsetzen.

Der Tagesablauf in diesem Gefängnis für Kinder sieht so aus: 11 Stunden täglich in der Zelle eingeschlossen. Eingeschränkter Telefonzugang - und nur über Analoggeräte, mit vorab freigegebenen Nummern. Der Unterricht läuft weiter, aber in verschlossenen Klassenräumen mit eingeschränktem Internetzugang. Für einen 13-Jährigen ist das ein psychologisches Experiment, das fast keine Entwicklungspsychologie empfehlen würde.

Die Haftstrafe wird nur bei schwersten Straftaten verhängt - Mord, Vergewaltigung, Sprengstoffanschläge. Aber das Spektrum der „schwersten Taten" wächst in vielen Ländern jedes Jahr, und es gibt keine Garantie, dass Schweden bei den anfänglichen Grenzen bleibt. Die Mitte-Rechts-Koalition senkte das Alter der Strafmündigkeit von 15 auf 13, um eine Lücke zu schließen, die organisierte Kriminelle bei der Rekrutierung Minderjähriger ausnutzten.

Höhere Rückfallquoten in traditionellen Jugendheimen waren die zentrale öffentliche Rechtfertigung. Aber ein 14-Jähriger, der aus dem Gefängnis kommt, wird ungefähr genauso oft rückfällig wie ein 14-Jähriger aus einem Jugendheim - das zeigt die Forschung, und darauf hat die Regierung keine Antwort. Schweden macht jetzt vor den Augen der ganzen Welt ein Experiment. Der Balkan beobachtet aufmerksam - mehrere Länder der Region sprechen bereits davon, das Alter der Strafmündigkeit zu senken, und Schweden wird das Vorbild sein, das sie entweder ermutigt oder warnt.