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Seligman: Echtes Glück kommt nicht von der Erholung, sondern vom Nutzen der eigenen Stärken

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Seligman: Echtes Glück kommt nicht von der Erholung, sondern vom Nutzen der eigenen Stärken

„Echtes Glück entsteht aus dem Nutzen unserer Stärken." Der Satz stammt von Martin Seligman, einem der einflussreichsten Psychologen der letzten Jahrzehnte - dem Mann, der die Psychologie von der Behandlung von Krankheiten hin zum Verständnis dessen wandte, was uns besser macht. Und obwohl er wie ein weiteres Motivationszitat zum Aufhängen an die Wand klingt, steckt dahinter etwas, das es ernst zu nehmen lohnt.

Seligman argumentiert, dass Glück nicht aus angenehmen Emotionen kommt, sondern aus dem „Kultivieren dessen, was wir am besten können". Der Unterschied ist grundlegend. Die Wohlfühlindustrie verkauft dir Frieden über Erholung, Apps und Zitate. Seligman sagt, Zufriedenheit kommt aus der Arbeit - daraus, die eigenen Ressourcen zu nutzen, um sich Herausforderungen zu stellen, statt ihnen auszuweichen.

Die Psychologin Regina Insa Martínez definiert mentale Stärke als die Fähigkeit, „die Kontrolle über die Situation zu übernehmen" und Denken und Verhalten auf das Ziel auszurichten, ungeachtet der Umstände. Das bedeutet nicht das Fehlen von Angst oder Frustration - es bedeutet, trotz ihnen die Richtung zu halten. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem starken Menschen und einem, der nur ruhig wirkt.

Was gilt als Stärke? Nicht nur außergewöhnliche Talente. Beharrlichkeit, Neugier, Kreativität, die Fähigkeit zuzuhören, Empathie, Selbstbeherrschung, Optimismus - all das ist eine Ressource. Fast jeder hat zumindest einige. Das Problem ist, dass die meisten Menschen nicht wissen, welche ihre sind, weil man ihnen ein Leben lang sagt, sie sollten ihre Schwächen ausbessern, statt ihre Stärken auszubauen.

Insas Rat ist konkret: Setze dir klare Werte und Prioritäten, verlasse schrittweise die Komfortzone, blicke auf vergangene Erfolge zurück und sieh, welche Ressourcen du damals genutzt hast. Und achte auf den inneren Dialog - die Stimme im Kopf, die dir sagt, dass du nicht kannst, ist meist genau dann am lautesten, wenn du kannst. Kein Urlaub wird sie zum Schweigen bringen; nur die Arbeit an den eigenen Stärken wird sie übertönen.