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Ungarn rationiert Trinkwasser in Hunderten Gemeinden, die Donau am Kernkraftwerk fiel auf 135 Zentimeter

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Ungarn rationiert Trinkwasser in Hunderten Gemeinden, die Donau am Kernkraftwerk fiel auf 135 Zentimeter

Ungarn hat in Hunderten Gemeinden Trinkwasserbeschränkungen eingeführt. Laut den auf der Regierungswebsite veröffentlichten Daten gelten Beschränkungen ersten Grades in 465 Gemeinden, zweiten Grades in 151, und der strengste, dritte Grad - jener, bei dem Wasser verteilt und nicht verbraucht wird - ist in 13 in Kraft.

Die Ursache ist doppelt und banal: eine anhaltende Hitzewelle und gestiegener Verbrauch. Also Hitze plus Menschen, die versuchen, die Hitze auszuhalten. Prognosen zufolge legt sich vom 6. bis 11. August eine noch stärkere Hitzewelle über das Land, mit kaum spürbarem Temperaturrückgang über Nacht.

Vom Wasserhahn zum Reaktor

Der Wasserhahn ist aber nur das eine Ende der Geschichte. Das andere ist die Donau. Die Generaldirektion für Wasserwirtschaft warnte, der Pegel bei Paks sei auf 135 Zentimeter gefallen - und Paks ist nicht irgendein Ort am Fluss. Dort steht Ungarns Kernkraftwerk, und dieses Kraftwerk wird mit Donauwasser gekühlt.

Die Reaktion war mechanisch und dringlich: An den Pumpstationen wurden zusätzliche schwimmende Pumpen installiert, Reserveeinheiten im Hafen und an Land bereitgestellt. Die Verteidigungsarbeitsgruppe trat zusammen, um die Lage der Energieversorgung und die Folgen des Wassermangels zu prüfen. Wenn ein Staat wegen eines Flusspegels die Verteidigungsarbeitsgruppe einberuft, ist das keine Wettervorhersage mehr.

Ein Fluss, der nicht mehr garantiert ist

Die Donau galt jahrhundertelang als die verlässlichste Infrastruktur in diesem Teil Europas. Sie brauchte keine Wartung, kein Budget, keinen politischen Willen. Sie floss einfach. Auf dieser Annahme wurden Kernkraftwerke, Bewässerungssysteme, Schifffahrtskorridore und ganze Volkswirtschaften errichtet.

Die Annahme zerfällt. Und zwar nicht allmählich über ein Jahrzehnt, sondern binnen eines Sommers, in Zentimetern, die täglich gemessen werden. Wenn das Kraftwerk Paks auf schwimmende Pumpen angewiesen ist, um genug Kühlwasser zu bekommen, lautet die Frage nicht mehr, ob der Plan gut war - sondern wer sonst im selben Flusseinzugsgebiet seinen Plan noch für gut hält.

Dasselbe Einzugsgebiet, derselbe Sommer

Mazedonien liegt nicht an der Donau, aber in derselben Klimazone und auf derselben Logik. Auch bei uns steigt der sommerliche Wasserverbrauch, auch bei uns hängt Wasserkraft vom Pegel ab, und auch bei uns kommt die Reaktion auf Dürre meist erst, wenn das Problem längst auf Seite eins steht.

Zählt bei uns jemand die Zentimeter, bevor er die Schäden zählt? Ungarn begann erst damit, als es schwimmende Pumpen erfinden musste, um ein Kernkraftwerk am Laufen zu halten. Dreizehn Gemeinden sind bereits im dritten Grad. Die Hitze kommt erst noch.