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Die Wall Street durchlebte gestern einen roten Tag, wie es ihn lange nicht gab, und die Ursache ist eine Kombination, die jeder auf dem Balkan instinktiv versteht: teures Öl und enttäuschende Ergebnisse der Technologiegiganten. Wenn New York niest, greift die Welt zu Taschentüchern - und die Inflationsangst ist, wie es scheint, zurück auf dem Tisch.
Die Indizes fielen auf ganzer Linie. Der Dow Jones verlor 0,97 Prozent, der S&P 500 fiel um 1,21 Prozent, und der technologielastige Nasdaq sackte um 2,15 Prozent ab. Auslöser des Ausverkaufs waren zwei Namen: Tesla-Aktien stürzten um rund 14 Prozent ab, und Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, verlor sieben Prozent, nachdem es Investitionsausgaben von 195 bis 205 Milliarden Dollar für künstliche Intelligenz angekündigt hatte.
Der zweite Flügel der Krise kam aus dem Nahen Osten. Nach Angriffen auf Tanker im Roten Meer und Drohungen mit Schlägen gegen iranische Ziele sprang die Ölsorte Brent um etwa 7 Prozent und überschritt die Grenze von 100 Dollar je Barrel. Und wenn das Öl teurer wird, bleibt die Inflationsangst nicht in New York - sie reist mit jedem Lastwagen, Schiff und Flugzeug.
Die Märkte rechneten die Folge sofort durch: Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Zentralbank im September die Zinsen anhebt, sprang auf über 80 Prozent, von rund der Hälfte nur eine Woche zuvor. Die Renditen zehnjähriger US-Anleihen überstiegen kurzzeitig 4,7 Prozent. Mit anderen Worten - Geld wird wieder teurer.
Für einen Balkanbewohner, der sich noch daran erinnert, wie der Energieschock von vor einigen Jahren die Strom- und Heizrechnungen zerriss, ist eine solche Nachricht keine abstrakte Börsenstatistik. Teures Öl und höhere Zinsen sind eine Sprache, die die Region auswendig kennt. Die Frage ist nicht, ob es uns erreichen wird - sondern wie lange es dazu braucht.
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