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Ein Mazedonier arbeitet 31,8 Jahre, ein Niederländer 44: Das kürzeste Arbeitsleben der Region - und ein stilles Loch in der Rentenkasse

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Ein Mazedonier arbeitet 31,8 Jahre, ein Niederländer 44: Das kürzeste Arbeitsleben der Region - und ein stilles Loch in der Rentenkasse

Ein durchschnittlicher Mazedonier verbringt 31,8 Jahre seines Lebens mit Arbeit. Ein durchschnittlicher Niederländer - ganze 44. Eine Lücke von mehr als einem Jahrzehnt ist keine statistische Kleinigkeit, sondern der Spiegel zweier völlig verschiedener Volkswirtschaften: einer, in der Arbeit ein Leben lang dauert, und einer, in der man spät einsteigt, früh aussteigt und dazwischen auswandert.

Eurostat beziffert das durchschnittliche Arbeitsleben in der Europäischen Union für 2025 auf 37,5 Jahre, mit stetigem Anstieg - von 35,2 Jahren im Jahr 2016. An der Spitze steht die Niederlande mit 44 Jahren, gefolgt von Schweden mit 43,4 und Dänemark mit 42,6. Das sind Gesellschaften, in denen ein Mensch tatsächlich vier Jahrzehnte am Arbeitsmarkt verbringt.

Mazedonien liegt ganz unten. Mit 31,8 Jahren Arbeitsleben steht es unter allen Nachbarn der Region - Serbien bei 35,5, Kroatien bei 35,1, Slowenien mit 37,2 schon nahe am europäischen Schnitt. Wir hinken rund sechs Jahre hinter dem EU-Durchschnitt her und mehrere hinter jedem einzelnen Nachbarn. Eine Zahl, die mehr sagt als jede Umfrage zum Lebensstandard.

Warum so kurz? Die Antwort ist nicht Faulheit, sondern Struktur. Junge Menschen treten hier später in den offiziellen Arbeitsmarkt ein - lange Studienzeiten, eine informelle Wirtschaft, Schwarzarbeit, die nirgends gezählt wird. Viele verlassen das Land früh und verbringen ihr Arbeitsleben irgendwo im Westen. Und wer bleibt, landet oft in einem Markt aus niedrigen Löhnen und unsicheren Verträgen, wo man auf die Rente wartet, die Laufbahn aber selten vierzig Jahre am Stück durchhält.

Ein kurzes Arbeitsleben ist nicht nur ein soziologisches Merkmal - es belastet direkt die Rentenkasse. Weniger Beitragsjahre bedeuten weniger Geld in einem System, das immer mehr Rentner tragen muss. Jedes Jahr weniger, das der Durchschnittsbürger arbeitet, ist ein Loch, das später jemand stopfen muss.

Deshalb ist 31,8 nicht bloß das Ende einer Tabelle. Es ist eine Warnung - vor einem Arbeitsmarkt, der Menschen nicht lange genug hält, und vor einem System, das auf dieser Grundlage Versprechen aufbaut, die es immer schwerer einlöst.