Ein ausländischer Botschafter schockiert von Strugas Deponie: 30 Meter Müll am Ohridsee
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Wenn ein ausländischer Botschafter sich „schockiert" über den Zustand einer Müllkippe äußert, dann ist das Problem längst kein lokales mehr. Der EU-Botschafter in Mazedonien, Michalis Rokas, besuchte die Deponie von Struga und forderte eine sofortige Reaktion - nicht nur die langfristige Lösung, auf die man seit Jahren wartet.
Die Lage spricht für sich. Die Deponie liegt nur 500 Meter von Wohngebieten entfernt, direkt am Fluss Crni Drim und rund zwei Kilometer vom Ohridsee - einer UNESCO-geschützten Stätte. Laut Umweltaktivisten wächst der Müllberg, statt zu schrumpfen: von 22 Metern im Jahr 2021 auf heute rund 30 Meter Höhe.
„Ich bin ziemlich schockiert vom Ausmaß des Problems... die Größe verlangt eine dringende Lösung", sagte Rokas. Die EU unterstützt eine langfristige Lösung über ein regionales Abfallbehandlungszentrum in Novaci, doch dieses Projekt verspätet sich, weshalb der Botschafter versprach, mit den lokalen Behörden über Übergangsmaßnahmen zu sprechen, solange das Zentrum gebaut wird.
Strugas Bürgermeister Mendi Qura versichert, die Deponie werde von einer Vertragsfirma betreut und über den Sommer werde kein Verbrennen von Müll erlaubt, um Brände zu verhindern. Beruhigend - aber nicht genug. Im vergangenen Jahr erreichte der Fall sogar das Gericht in Straßburg, das eine Beschwerde wegen Verletzung des Rechts auf eine gesunde Umwelt annahm.
Und hier kommt der schmerzhafteste Teil. Es brauchte einen ausländischen Botschafter, der auftaucht und „ich bin schockiert" sagt, damit lauter über etwas gesprochen wird, das die örtliche Bevölkerung seit Jahren erträgt. Wie viele andere Deponien im Land warten darauf, dass sich jemand von außen entsetzt, damit jene reagieren, die drinnen sind?
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