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Nationales Rechenzentrum für 20 Millionen Euro: Der Standort steht, der Geldgeber nicht

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Nationales Rechenzentrum für 20 Millionen Euro: Der Standort steht, der Geldgeber nicht

Nach Jahren, in denen staatliche Institutionen wiederholt Ziel von Cyberangriffen waren, hat Mazedonien endlich einen Standort für ein eigenes nationales Rechenzentrum. Gebaut wird es in der Nähe der technologisch-industriellen Entwicklungszonen Skopje 1 und 2 - auf einer Parzelle ohne fruchtbaren Boden, nahe an Autobahn und Glasfaserleitung, mit genug Platz, falls irgendwann eine Photovoltaikanlage zur Eigenversorgung dazukommen soll.

Die Gesamtinvestition ist auf 20 Millionen Euro festgelegt: 70 Prozent für das Gebäude, 30 Prozent für die Ausstattung. Dreißig Prozent der Finanzierung kommen als Zuschusskomponente.

Die Weltbank ist raus, und das ist eine Information

Der Minister für digitale Transformation, Stefan Andonovski, bestätigte, dass die Regierung noch immer einen internationalen Geldgeber sucht. Mit der Weltbank wurde gesprochen, doch sie werde das Projekt - so Andonovski - wegen Unvereinbarkeit mit den Anforderungen der Europäischen Union nicht finanzieren können. Nun laufen die Gespräche in Richtung Institutionen, die zum EU-Wachstumsplan passen, etwa die Entwicklungsbank des Europarats.

Diesen Satz sollte man zweimal lesen. Das Projekt steht, der Standort steht, das Budget steht - der Geldgeber nicht. Die Reihenfolge läuft hierzulande selten andersherum, aber man sollte sie sich merken, wenn in zwei Jahren jemand fragt, warum es sich verzögert.

Zweieinhalb Jahre, und Hardware von 2027

Vom Baubeginn bis zur Inbetriebnahme sind zwei bis zweieinhalb Jahre vorgesehen. Die Ausstattung soll 2027-2028 beschafft werden, in der Hoffnung, dass die Hardwarepreise bis dahin stagnieren oder fallen. Das Gebäude ist modular geplant, damit es erweitert werden kann - auch für Anwendungen künstlicher Intelligenz.

Derzeit hat der Staat ein Ausweichrechenzentrum in Prilep, unter Zuständigkeit des Innenministeriums. Alles andere liegt verstreut über Institutionen, Serverräume und Verträge, die niemand von außen zu sehen bekommt. Genau deshalb endete jeder Cyberangriff der vergangenen Jahre mit demselben Satz: „Das Ausmaß des Schadens wird ermittelt.“

Zentralisierung ist auch ein Risiko, nicht nur eine Lösung

Nach dem Bau beginnt die Migration der Daten staatlicher Institutionen in die neue Infrastruktur. Erwartet wird, dass das die Cybersicherheit hebt. Wahrscheinlich tut es das auch - doch Zentralisierung hat eine zweite Seite: Wenn alles an einem Ort liegt, ist auch das Ziel ein Ort.

Wird es ein Budget für die Leute geben, die es betreiben? Wird es einen Plan geben für den Fall, dass auch dieses Zentrum ausfällt? Die kommenden zweieinhalb Jahre reichen aus, um diese Fragen zu beantworten. Die Frage ist, ob sie jemand stellt, bevor das Band durchschnitten wird.