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Filipče nannte die Regierung korrupt: Aber warum funktioniert, egal wer an der Macht ist, alles für jemand anderen?

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Filipče nannte die Regierung korrupt: Aber warum funktioniert, egal wer an der Macht ist, alles für jemand anderen?

Der Vorsitzende der SDSM, Venko Filipče, wählte keine weichen Worte. Er nannte die Regierung „korrupt" und warf ihr vor, das Land in die falsche Richtung zu führen - es ohne klaren Plan zu verschulden und zu versuchen, durch Populismus, Nationalismus und Manipulation zu überleben. Scharfe Sprache, aber auch erwartbar - so ist der Rhythmus der mazedonischen Politik, in der jede Opposition von einer korrupten Regierung spricht und jede Regierung von einer unfähigen Opposition.

Das Problem mit solchen Aussagen ist nicht, ob sie wahr sind oder nicht - oft steckt ein Körnchen Wahrheit darin - sondern dass sie zum weißen Rauschen werden. Wenn „korrupte Regierung" jeden Tag von jedem Rednerpult wiederholt wird, verliert das Wort langsam sein Gewicht. Und dem Bürger, dem es wirklich darauf ankommt, ob es Arbeit gibt, ob die Miete den Lohn auffrisst und ob das Krankenhaus funktioniert, bleibt eine weitere Pressekonferenz voller Etiketten und leer an Lösungen.

Hier verbirgt sich das Balkan-Paradox. Korruptionsvorwürfe fliegen in alle Richtungen, aber selten landet jemand vor Gericht, und noch seltener hinter Gittern. Jede Partei beschuldigt die andere, und das System, das diese Vorwürfe prüfen sollte, schweigt meist. Ob Filipče konkrete Beweise hat oder nur Rhetorik für die Kameras, wird die Zeit zeigen, doch die bisherige Erfahrung weckt keinen großen Optimismus.

Die Frage, die es sich zu stellen lohnt, ist nicht, ob die Regierung korrupt ist - das ist eine leichte These für jede Opposition. Die Frage ist, warum die Bürger, egal welche Partei an der Macht ist, immer das Gefühl haben, dass alles für jemand anderen funktioniert und nicht für sie. Das ist nicht das Problem einer Regierung, sondern eines Systems, das seit Jahrzehnten die Farben wechselt, aber nicht die Gewohnheiten.