Vier Familien, ein Morgen: Häusliche Gewalt ist zur täglichen Zahl geworden
21.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Die Zahl ist kaum zu glauben: 2.419,6 coliforme Bakterien pro 100 Milliliter - bei einem zulässigen Höchstwert von 50. Das ist 48-mal über der Sicherheitsgrenze. Genau solches Wasser floss aus den Hähnen in Gostivar, während über 1.200 Bürger mit Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber ärztliche Hilfe suchten. Und das Erschreckendste ist nicht die Zahl. Das Erschreckendste ist, dass dies laut Ermittlung kein Unfall war.
Pumpen, die einen Kanal ins Trinkwasser mischten
Laut Anklage installierten drei Führungskräfte des kommunalen Betriebs „Komunalec" am 25. Juni Tauchpumpen, die Oberflächenwasser aus einem offenen Kanal direkt ins Trinkwassersystem leiteten. Am 16. Juli, als die Inspektoren kamen, liefen zwei Pumpen noch immer - und mischten weiter verunreinigtes Wasser in die Hauptversorgung. Das Kanalwasser lag bei fast dem 48-Fachen des Erlaubten. Das ist kein Loch im Rohr. Das ist eine bewusst installierte Verbindung zwischen einem offenen Kanal und den Hähnen einer ganzen Stadt.
Deshalb leitete die Basis-Staatsanwaltschaft Gostivar eine Ermittlung gegen die kommissarische Direktorin von „Komunalec", den technischen Leiter und den Leiter der Abteilung für Wasser und Kanalisation ein. Die drei wurden wegen der Straftat „Schwere Verbrechen gegen die Umwelt und die Natur" festgenommen. Der Schritt zur Haft ist gut - doch er kommt, nachdem das Wasser bereits wochenlang geflossen war.
1.200 Erkrankte, und noch offene Fragen
Der Epidemiologe Dragan Danilovski spricht von einer „starken epidemiologischen Verbindung" zwischen dem Ausbruch und der Verunreinigung des Systems. Die Agentur für Lebensmittel und Veterinärwesen verbot die Nutzung des Wassers erst am 17. Juli - fast drei Wochen, nachdem die Pumpen installiert worden waren. Warum so lange? Wer hätte es bemerken sollen und tat es nicht? Und warum ist es in einem öffentlichen Wassersystem überhaupt physisch möglich, dass jemand einfach eine Pumpe montiert und Kanalwasser einlässt?
Die Festnahmen sind ein Anfang, kein Ende. Denn wenn drei Menschen das schaffen konnten, dann existierte das System, das sie hätte stoppen sollen - Aufsicht, Kontrolle, regelmäßige Analysen - schlicht nicht oder funktionierte nicht. Und während die Ermittlungen laufen, haben die Menschen in Gostivar die teuerste denkbare Lektion gelernt: In diesem Land ist Leitungswasser keine Selbstverständlichkeit. Es ist etwas, bei dem man prüfen muss, wer es einlässt und woher.
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