Skip to content

Sickergruben, die in den Ohridsee entleert werden: Das IJZ schreibt seit Jahren denselben Bericht, und niemand handelt

1 Min. Lesezeit
Teilen
Sickergruben, die in den Ohridsee entleert werden: Das IJZ schreibt seit Jahren denselben Bericht, und niemand handelt

Die gute Nachricht zuerst: Der größte Teil der Strände am Ohrid-, Prespa- und Dojransee ist in dieser Saison zum Baden sicher. Der jüngste Bericht des Instituts für öffentliche Gesundheit bestätigt in den untersuchten Proben weder eine Massenvergiftung noch Pestizide über den zulässigen Werten. Also - Sie können baden gehen.

Die schlechte Nachricht folgt sofort, und sie ist älter als jeder einzelne Sommer: Die alten Verschmutzungsprobleme sind nicht nur ungelöst, sondern bleiben an manchen Stellen eine ernste Bedrohung. Fäkalwässer, Sickergruben, mangelhafte Kanalisation, Pestizide. Dieselben Worte, derselbe Bericht, fast derselbe Inhalt - Jahr für Jahr.

Radožda - dort, wo die Sickergruben in den See entleert werden

Das schlimmste Bild kommt vom Ohridsee, obwohl das Wasser insgesamt die gesetzlichen Kriterien erfüllt. Das IJZ hält fest, dass eine große Zahl von Hotels, Restaurants, Feriensiedlungen und Privathäusern entlang des Ufers noch immer nicht an das Kollektorsystem angeschlossen ist. Statt zur Kläranlage landet das Abwasser in Sickergruben - und an manchen Stellen direkt im See. Bei Sveti Naum hat eine vor mehr als zehn Jahren gebaute Kanalisation nur einen Zerkleinerer für Fäkalien - ohne Filter, ohne Chlorung vor dem Ablass.

Besonders besorgniserregend ist Radožda, wo ein Teil der Sickergruben direkt in das Seewasser entleert wird oder so nah am Ufer liegt, dass ihr Inhalt in den See versickert. Bei Sveti Naum läuft dasselbe System seit Jahren ohne echten Schutz.

Die Flüsse sind fünfte Güteklasse

Weit schlimmer ist der Zustand der Flüsse, die in den See münden. Čerava, Sateska, Koselska und Velgoška sind sowohl nach physikalisch-chemischen als auch nach mikrobiologischen Parametern in die fünfte Klasse - die schlechteste - eingestuft, eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr. Vorerst hält der See nur dank seiner enormen Wassermasse und seiner Fähigkeit zur Selbstreinigung durch. Doch die Natur ist kein Ersatz für eine Kanalisation.

Und hier kommt das Timing, das alles sagt. Der Bericht wurde nur wenige Tage vor der erneuten Entscheidung des UNESCO-Welterbekomitees veröffentlicht, ob die Ohrid-Region auf der Liste in Gefahr landet. Die Empfehlungen des IJZ - den Kollektor voll in Betrieb zu nehmen, alle Objekte anzuschließen, das Wasser ständig zu überwachen - werden seit Jahren wiederholt. Das heißt, das Problem ist nicht, dass die Lösung unbekannt ist. Das Problem ist, dass die Lösung seit Jahren niemand umsetzt.