Skip to content

Netflix zahlte 587 Millionen für Ben Afflecks KI-Firma: der Mann, der die Kreativität schützen wollte - verkaufte sie an die Maschine

1 Min. Lesezeit
Teilen
Netflix zahlte 587 Millionen für Ben Afflecks KI-Firma: der Mann, der die Kreativität schützen wollte - verkaufte sie an die Maschine

Als Ben Affleck seine Firma für künstliche Intelligenz an Netflix verkaufte, klang die Erklärung fast poetisch: Er wolle „die Kraft der menschlichen Kreativität schützen“. Jetzt kennen wir auch den Preis dieses Schutzes - 587 Millionen Dollar (rund 512 Millionen Euro) in bar, offengelegt in einer Regulierungsmeldung, nicht in einer Pressemitteilung.

Die Firma heißt InterPositive, und Netflix kündigte den Kauf schon im März an, ohne Zahl. Die Zahl kam leise, über ein Dokument an die Aufsichtsbehörden. Ein früherer Bloomberg-Bericht schätzte, der Deal könne bis zu 600 Millionen Dollar erreichen - 587 liegt also genau dort, wo alle es erwartet hatten, nur schwarz auf weiß bestätigt.

Was macht InterPositive? Laut Affleck selbst helfen KI-Werkzeuge Filmemachern, Aufnahmen in der Postproduktion zu „reparieren“ - fehlende Einstellungen auffüllen, Hintergründe austauschen, falsches Licht korrigieren. Das gesamte Team wechselt zu Netflix, und Affleck wird leitender Berater.

Hier ist das Paradox, das man festhalten sollte. Der Mann, der versprach, die menschliche Kreativität zu verteidigen, verkaufte seine KI-Firma an ein Unternehmen, das in seinem jüngsten Finanzbericht zugab, dass rund 300 seiner Titel bereits generative künstliche Intelligenz einsetzten. Kreativität schützen, oder bloß das Werkzeug polieren, das sie ersetzt?

Hollywood hat das mit den Streiks der Drehbuchautoren und Schauspieler vor wenigen Jahren durchlebt - damals war KI eine Linie, die man nicht überschreiten durfte. Heute verkauft ein Oscar-Preisträger seine eigene KI-Firma für über eine halbe Milliarde. Die Linie ist nicht verschwunden, sie ist nur in eine Regulierungsmeldung gewandert, die kaum jemand liest.