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Demonstranten verteidigen mit Menschenkette einen illegalen Fußgängerübergang am Bit Pazar - die Stadt will einen Zaun, doch die Überführung 30 Meter weiter ist seit Jahren kaputt

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Demonstranten verteidigen mit Menschenkette einen illegalen Fußgängerübergang am Bit Pazar - die Stadt will einen Zaun, doch die Überführung 30 Meter weiter ist seit Jahren kaputt

Demonstranten, überwiegend aus dem Stadtteil Čair, hinderten städtische Trupps daran, einen Zaun am illegalen Fußgängerübergang nahe dem Bit Pazar zu errichten. Mit einer Menschenkette blockierten sie die Arbeiter. Der Verkehr auf dem Boulevard Krste Petkov Misirkov stand still. Die Polizei rückte aus. Alles wegen eines nicht genehmigten Zebrastreifens.

Die Stadt sagt, der Übergang müsse aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Der offizielle Übergang - eine Überführung 30 Meter weiter - existiert. Das ist das Argument der Verwaltung. Das Gegenargument der Demonstranten: die Überführung funktioniert nicht. Die Aufzüge sind seit Jahren kaputt, ältere Menschen können sie nicht benutzen. Damit ist der illegale Übergang nicht nur beliebt - er ist notwendig.

Wer trägt die Schuld? Beide. Bürger, die für etwas formal „Illegales" demonstrieren, und eine Stadtverwaltung, die die Überführung jahrelang unbenutzbar gelassen hat. Von 2018 bis 2026 - wie oft sind Beschwerden über die Aufzüge bei den Behörden eingegangen? Wie oft landete das Thema in einer Sitzung?

Das ist eine Geschichte darüber, wie mazedonische Institutionen mit städtischer Infrastruktur umgehen. Erst lassen sie ein System verfallen, dann zerstören sie die Alternative, dann wundern sie sich über „ungehorsame" Bürger. Die Reparatur der Überführung wäre weit billiger als ein Zaun mit Polizeibegleitung.

Der Bürgermeister: „Die Position der Stadt ist, dass der Standort aus Sicherheitsgründen geschlossen werden muss." Stimmt - Sicherheit ist wichtig. Aber Sicherheit entsteht nicht durch einen Zaun über Bürgern, die keine Alternative haben. Sicherheit entsteht durch funktionierende Alternativen - und das kostet Geld, Zeit und politischen Willen. Alle drei fehlen hier.

Der illegale Übergang bleibt geöffnet. Die Bürger nutzen ihn auf eigene Gefahr. Die Polizei steht daneben. Das ist der Status quo der mazedonischen Verwaltung - was nicht funktioniert, repariert niemand, und was „problematisch" ist, löst niemand.