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Weltwirtschaft mit einem der schwächsten Jahre dieses Jahrhunderts - EU auf 1,1% gesenkt, Eurozone auf 0,9%, und der Balkan wird sich mit Europa erkälten

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Weltwirtschaft mit einem der schwächsten Jahre dieses Jahrhunderts - EU auf 1,1% gesenkt, Eurozone auf 0,9%, und der Balkan wird sich mit Europa erkälten

Die Weltwirtschaft steht vor einem der schwächsten Jahre dieses Jahrhunderts - Pandemie und Finanzkrise 2008 ausgenommen. Davor warnen Ökonomen der UNO und der EU-Kommission. Globales BIP-Wachstum für 2026 - 2,5%, unter der vorherigen Prognose von 2,7%. Im schlechtesten Szenario - möglicherweise 2,1%.

Für Europa ist die Lage besonders düster. Die EU-Kommission senkte ihre EU-Wachstumsprognose von 1,4% auf 1,1%. Für die Eurozone - noch tiefer, 0,9%. Das heißt: die Wirtschaft steht praktisch still, mit Vorwärtsbewegungen, die in die statistische Fehlertoleranz fallen.

Was steckt dahinter? Energiepreise. Die alte Lektion von 2022 wird neu gelesen - Europa hängt zu sehr von Energieimporten ab. Jetzt, mit der Krise rund um Hormus und den Spannungen im Nahen Osten, liegen die Ölpreise wieder über 100 Dollar pro Barrel. Das heißt: teureres Benzin, teurere Stromrechnungen, teurere Lebensmittel - und weniger Geld in den Haushaltsbudgets.

Shantanu Mukherjee, Leiter der Wirtschaftsanalyse in der UN-Abteilung: „Wir sind nicht nah an einer Rezession." Eine politische Aussage. Übersetzt: „technisch sind wir nicht in der Rezession, aber viele Menschen werden so leben, als wären sie es." Die globale Inflation wird jetzt mit 3,9% erwartet - 0,8 Prozentpunkte über der bisherigen Prognose.

Konkret für europäische Verbraucher: das Vertrauen ist auf den tiefsten Stand seit 40 Monaten gefallen. Familien erwarten höhere Heiz- und Spritrechnungen im Herbst. Unternehmen sehen sich schwächerer Nachfrage und höheren Finanzierungskosten gegenüber. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verlangt von Brüssel, die Fiskalregeln zu lockern, um Familien und Industrie zu helfen.

Für den Balkan heißt das zweierlei. Erstens - die Exporte in die EU schrumpfen, was mazedonische und serbische Exporteure direkt trifft. Zweitens - der Balkan ist energieabhängig von denselben Märkten, die teurer werden. Wenn Europa hustet, erkältet sich der Balkan - und diesmal ist das keine Metapher, sondern das Wirtschaftsmodell.

Die USA bleiben „relativ widerstandsfähig" mit 2% Wachstum. China - 4,6%, Indien - 6,4%. Die Welt teilt sich zunehmend in „die, die wachsen" und „die, die sich halten" - und Europa ist mit all seinem Reichtum jetzt in der zweiten Gruppe. Die Frage, die Ökonomen ungern offen beantworten: ist das zyklisch oder strukturell?