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Hinrichtung in Tennessee nach einer Stunde abgebrochen - das medizinische Personal fand keine Vene, der Gouverneur verschob um ein Jahr, doch im Gefängnis war es schon zu spät

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Hinrichtung in Tennessee nach einer Stunde abgebrochen - das medizinische Personal fand keine Vene, der Gouverneur verschob um ein Jahr, doch im Gefängnis war es schon zu spät

Am 21. Mai 2026 wurde in einem Gefängnis in Tennessee der Hinrichtungsversuch von Tony Carruthers (57) nach einer Stunde abgebrochen. Das medizinische Personal konnte keine geeignete Vene für die vom staatlichen Todesstrafen-Protokoll geforderte Ersatzinfusion finden. Der Gouverneur Tennessees verschob die Hinrichtung schließlich um ein Jahr - doch da war es schon zu spät, damit es für einen Mann schmerzlos blieb, der unmittelbar danach mit Weinen und Krämpfen reagierte.

„Es ist unglaublich. Ich bin so dankbar," sagte Maria DeLibetato, die Anwältin von Carruthers, als sie von der Verschiebung erfuhr. Sie bezeugte, der Verurteilte habe „sich gekrümmt und geschrien", während man eine zweite Vene suchte. Das ist nicht das Bild, das Tennessee in den Medien sehen möchte, aber es ist das Bild, das das medizinische Personal trotz aller Erfahrung nicht vermeiden konnte.

Der Blick von der anderen Seite: Tennessees Behörde für Strafvollzug bestätigte, dass sie die Hauptinfusionslinie etablieren konnten, aber nicht die Ersatzleitung. Versuche für eine zentrale Linie scheiterten ebenfalls. Das ist der technische Befund. Es ist die Todesstrafe als medizinisches Verfahren, das nicht funktioniert.

Carruthers' Fall ist alt. Er wurde 1994 wegen eines Dreifachmordes verurteilt - Marcellos Anderson, seine Mutter Delois Anderson und Frederick Tucker. Doch Fakten, die damals verschwiegen und heute offensichtlich sind: es gab keinen physischen Beweis, der ihn direkt mit der Tat verband. Die Verurteilung beruhte auf Zeugenaussagen - darunter ein Polizeiinformant, von dem später bekannt wurde, dass er für seine Aussage bezahlt worden war.

Carruthers' Mitangeklagter James Montgomery erhielt eine Strafmilderung und wurde 2015 aus der Haft entlassen. Zwei wegen derselben Tat verurteilte Männer - einer frei, einer auf der Todesstrafenliste. So sieht Gerechtigkeit aus, wenn sie auf der Aussage eines Mannes ruht, der inzwischen zugegeben hat, gelogen zu haben.

Werden 12 Monate genügen, damit die Gerichte den Fall neu prüfen? Wahrscheinlich nicht. Die Todesstrafensysteme in den USA haben wieder ihre eigene Dynamik. Aber 12 Monate werden reichen, dass Tennessee seine Verfahren überprüft und sicherstellt, dass beim nächsten Mal die Technik das politische Narrativ der „schnellen Gerechtigkeit" nicht verrät.