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Vertreibt uns nicht aus Nordmazedonien - Studierende mit scharfem offenen Brief an Ministerin Janevska und Premier Mickoski

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Studierende organisiert über Studenti.mk haben einen offenen Brief an die Ministerin für Bildung und Wissenschaft Vesna Janevska gerichtet. Der Ton: scharf. Ohne übliche diplomatische Formeln. "Vertreibt uns nicht aus Nordmazedonien", heißt es im Brief. Und sie schreiben nicht nur ihr - sie wenden sich auch an Premier Hristijan Mickoski.

Was fordern die Studierenden? Erstens - mehr Antworten auf ihre Schreiben. Das Bildungsministerium, sagen sie, antwortet seit Monaten nicht auf ihre Anfragen für Treffen. Zweitens - Rückkehr der Leistungsstipendien, die gekürzt wurden. Drittens - eine klare Antwort zum Fall an der Philosophischen Fakultät der UKIM.

An der Philosophischen Fakultät wurde laut den Studierenden eine Inspektion durchgeführt - zum Nachteil der Studierendenrechte. Sie wollen wissen: haben die beteiligten Inspektoren Beförderungen erhalten? Die Frage ist einfach: belohnt der Staat Menschen, die die Qualität der Bildung senken?

Der Brief öffnet auch ein größeres Dilemma. Studierende behaupten, sie hätten Ministerin Janevska vor der Philosophischen Fakultät ausgepfiffen wegen Problemen mit Studierendenmahlzeiten, verspäteten Stipendien und dem Zustand der Hochschulbildung. Das ist ein reales Bild vom Boden - kein Index politischer Loyalität, keine Parteifragen, direkte Fragen zu Studienbedingungen.

Die härteste Anschuldigung im Brief ist die systemische Demotivierung der erfolgreichsten Studierenden. "Wissen ist wertlos", zitieren Studierende als Botschaft, die ihnen der Staat sendet. Und sie fügen hinzu: sie planen bereits den Weggang. Deutschland, Österreich, die Schweiz - das sind Orte, wo ihre Arbeit und ihr Wissen mehr geschätzt werden.

Für den Balkan-Leser eine Geschichte, die sich seit Jahrzehnten wiederholt. Studierende sind laut, wenn sie konkrete Beschwerden haben. Institutionen schweigen, bis der Druck öffentlich wird. Und am Ende werden die Probleme meist nur für einen Teil der Studierenden gelöst - die, die einen Weg finden, sich zum Minister durchzuschlagen. Die anderen gehen leise. Die Frage jetzt: wird Janevska zuhören, oder sucht sie nach einer neuen Quelle von "Pfiffen"?