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Brüssel holt 500 Millionen Euro für Düngemittel heraus - und der makedonische Landwirt bekommt dieselbe Rechnung ohne einen solchen Fonds

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Brüssel holt 500 Millionen Euro für Düngemittel heraus - und der makedonische Landwirt bekommt dieselbe Rechnung ohne einen solchen Fonds

Die Europäische Kommission hat eine Soforthilfe von 500 Millionen Euro zur Unterstützung der von den explodierenden Preisen für Kunstdünger betroffenen Landwirte vorgeschlagen - mit der Warnung, dass ohne schnelles Handeln die Herbst- und Winteraussaat wichtiger Kulturen verzögert werden oder ganz ausfallen könnte.

Der Aufbau des Pakets: 200 Millionen Euro stehen sofort aus der Agrarreserve der Gemeinsamen Agrarpolitik bereit, für die übrigen 300 Millionen sucht die Kommission die Eilzustimmung der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments. Das Paket wurde bereits im Mai angekündigt, doch die Summe wurde erst jetzt offengelegt.

Die Ursache liegt geografisch fern, die Rechnung nah: Stickstoffdünger wird aus Erdgas hergestellt, und Gas wurde nach dem Nahost-Konflikt und der Sperrung der Straße von Hormus teurer. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen warnte, der Schlag sei bisher begrenzt geblieben, weil viele Landwirte gegen Ende des Vorjahres Vorräte angelegt hätten - doch diese Vorräte gehen zur Neige. Manche fragen sich schon, ob sie überhaupt Winterkulturen säen sollen, wenn die Produktionskosten den Ankaufspreis zu übersteigen drohen.

Neben dem Geld setzt Brüssel auch die üblichen Einfuhrzölle auf wichtige Stickstoffdünger bis zum 31. Mai 2027 aus - eine Maßnahme, die den Importeuren rund 60 Millionen Euro spart - und bietet Anreize für Dünger aus organischen Quellen, um die Importabhängigkeit zu verringern.

Und nun der Blick von unserer Seite des Zauns: Der makedonische Landwirt kauft denselben Dünger, zu denselben Weltmarktpreisen, von denselben Märkten, die von derselben Krise getroffen sind - nur dass es für ihn keine Brüsseler Reserve von 500 Millionen gibt. Die Frage an die heimischen Institutionen stellt sich von selbst: Wenn Brüssel meint, dass ohne Intervention die Aussaat im reichsten Block der Welt gefährdet ist, was bedeutet dieselbe Rechnung für die Felder in Pelagonien? Die Antwort würden wir gern vor der Herbstaussaat hören, nicht danach.