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Die Welt verbraucht ihre Ölreserven schneller als je zuvor: niedrigster Stand seit 2003, und Brent steuert auf 105 Dollar zu

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Die Welt verbraucht ihre Ölreserven schneller als je zuvor: niedrigster Stand seit 2003, und Brent steuert auf 105 Dollar zu

Die Ölvorräte der Welt schmelzen in beispiellosem Tempo. Laut der jüngsten Prognose der US-Energiebehörde (EIA) werden die Reserven in den OECD-Ländern bis Dezember unter 2,3 Milliarden Barrel fallen - der niedrigste Stand seit 2003. Und der Preis für „Brent"-Öl wird laut EIA im Juni und Juli um die 105 Dollar pro Barrel liegen - wobei die Futures vor Veröffentlichung der Prognose bei rund 92 Dollar standen.

Der Schuldige ist bekannt: Etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft durch die Straße von Hormus, und die Nahost-Krise kostet den Markt nach diesen Schätzungen rund 11 Millionen Barrel pro Tag an verlorener Produktion aus der Region. Die Länder decken das Defizit aus ihren eigenen kommerziellen und strategischen Reserven - und genau deshalb leeren sich die Lager rekordschnell: um 6,3 Millionen Barrel pro Tag im zweiten Quartal, im dritten werden sogar 7,66 Millionen prognostiziert.

Unterdessen glänzt ein Marktteilnehmer mit historischen Zahlen: die USA. Der amerikanische Nettoexport von Öl und Derivaten erreichte im April mit 5,8 Millionen Barrel pro Tag einen Rekord, der Jahresdurchschnitt wird auf 4,2 Millionen geschätzt - dreimal mehr als im Vorjahr. Wenn es im Nahen Osten brennt, verkauft immer jemand Wasser. Oder, in diesem Fall, Öl.

Es gibt auch eine Zahl, die allem anderen entgegenläuft: Die weltweite Nachfrage soll dieses Jahr um 1,1 Millionen Barrel pro Tag sinken - der erste Rückgang seit 2020. Hohe Preise tun ihr Werk: Ist der Kraftstoff zu teuer, fährt die Welt weniger, fliegt weniger und produziert weniger. Die Frage ist nur, was länger durchhält - die Reserven oder die Krise.

Für uns ist die Übersetzung einfach und braucht keinen Analysten: Der Preis eines Barrels aus dem Golf erreicht jede Tankstelle zwischen Skopje und Bitola mit ein paar Wochen Verzögerung. Hat die EIA mit den 105 Dollar im Juli recht, wird das Tanken in diesem Sommer ein weiterer Posten sein, den man im Haushaltsbudget umschichten muss. Planen Sie entsprechend.