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Europa bei 2,4 Grad über dem vorindustriellen Niveau - der am schnellsten erwärmende Kontinent der Welt, drei Gründe und eine neue Normalität für den Balkan

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Europa bei 2,4 Grad über dem vorindustriellen Niveau - der am schnellsten erwärmende Kontinent der Welt, drei Gründe und eine neue Normalität für den Balkan

Europa ist der Kontinent, der sich am schnellsten erwärmt. Die Zahl ist hart: 2,4 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau - doppelt so viel wie der globale Durchschnitt von 1,4 Grad. In manchen Regionen - Ost- und Südosteuropa, den Alpen - steigen die Temperaturen um 0,5 bis 1 Grad pro Jahrzehnt. Auf Spitzbergen, dem extremsten Fall, sind es 1,5 bis 2 Grad pro Dekade.

Drei Gründe, die zusammenhängen. Erstens: das Schmelzen des arktischen Eises. Die dunklen Ozean- und Bodenflächen, die unter dem schmelzenden Eis freigelegt werden, absorbieren weit mehr Sonnenenergie als das reflektierende Eis. So entsteht ein sich selbst verstärkender Erwärmungszyklus - der sogenannte Albedo-Effekt. Die Arktis hat sich bereits um 3,2 Grad über vorindustriellem Niveau erwärmt.

Der zweite, paradoxe Grund: weniger Aerosole. Seit den 1980er Jahren hat Europa durch strengere Umweltauflagen industrielle Partikelemissionen deutlich reduziert - gut für die Gesundheit und die Luftqualität in Städten. Aber genau diese Partikel reflektierten früher Sonnenstrahlung zurück. Weniger Aerosole = mehr Sonne am Boden. Saubere Luft, wärmerer Planet.

Drittens: die Wärmekuppel - eine barometrische Hochdruckformation, die warme nordafrikanische Luft über Westeuropa festhält und kältere Atlantiksysteme blockiert. Deshalb sind sommerliche Hitzeperioden heute intensiver und länger als vor 20 Jahren.

Die Folgen sind bereits sichtbar. Letztes Jahr starben in Europa mindestens sieben Menschen während eines Zehn-Kilometer-Laufs in Paris an Hitzschlag. Großbritannien erreichte 34,8 Grad, Frankreich 36, Portugal 40. Elf aufeinanderfolgende Jahre sind die heißesten je gemessenen. Der Balkan? Es gibt keinen Grund, verschont zu bleiben. Mazedonische Sommer über 40 Grad mit Nächten über 25 sind die neue Normalität, nicht das Extrem.

Was kommt? Ben Clarke vom Imperial College London: "Wenn das Eis schmilzt, intensiviert sich die Wärmeaufnahme, was die Gewässer zusätzlich erwärmt." Übersetzung für den Leser: Das hört nicht auf, es beschleunigt sich. Jede politische Klimadiskussion findet in einem Rahmen statt, den die Realität längst sprengt. Und das ist kein "Alarmismus" - das ist, was das Thermometer zeigt.