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Kaffeefarbenes Wasser läuft aus den Hähnen, 30 Prozent von Gostivar sind krank: Institutionen streiten, ob es eine Epidemie ist, die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits

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Kaffeefarbenes Wasser läuft aus den Hähnen, 30 Prozent von Gostivar sind krank: Institutionen streiten, ob es eine Epidemie ist, die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits

Kaffeefarbenes Wasser läuft aus den Hähnen in Gostivar, Krankenhäuser füllen sich mit Menschen, die über Magenbeschwerden klagen, und die Institutionen streiten, ob man das Ding beim richtigen Namen nennen soll - Epidemie. Während die Zuständigen ihre Worte abwägen, ist dreißig Prozent einer einzigen Stadt an derselben Krankheit erkrankt. Wenn das keine Epidemie ist, was dann?

Die Agentur für Lebensmittel und Veterinärwesen erließ am 17. Juli ein Verbot, Trinkwasser aus dem Gostivarer Versorgungssystem zu nutzen, wegen begründeten Verdachts, dass es verunreinigt und unsicher ist. Das Institut für öffentliche Gesundheit ist unmissverständlich: Das Wasser darf auch nach dem Abkochen nicht zum Trinken verwendet werden, bis das Verbot offiziell aufgehoben wird. Besondere Vorsicht, so heißt es, für Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere und Ältere - jene, die Darminfektionen am schwersten ertragen.

Epidemie oder nicht - der Streit um den Namen

Hier beginnt das eigentliche Drama. Gesundheitsminister Sašo Klekovski sagt, vorerst werde keine Epidemie ausgerufen, solange die Ursache der Erkrankungen nicht feststehe. Der Mikrobiologe Dr. Nikola Panovski fordert genau das Gegenteil - und wählt seine Worte nicht.

„In Gostivar gibt es eine Epidemie der Gastroenteritis. 1.500 registriert mit denselben Symptomen und mindestens weitere 5.000, die nicht zum Arzt gingen. In einer Stadt sind 30 Prozent der Bevölkerung an derselben Krankheit erkrankt, und es gibt keine Grundlage, eine Epidemie auszurufen. Na, bravo“, schrieb Panovski und rief die Epidemiologen zum Handeln auf. „Das ist keine Politik, das ist eure Pflicht.“

Harte Worte von einem Mann, der weiß, wovon er redet. Denn der Unterschied liegt nicht nur in der Terminologie - eine Epidemie auszurufen zieht Maßnahmen, Ressourcen und Verantwortung nach sich. Sie nicht auszurufen ist bequemer für die Zahlen, aber nicht für die Kranken.

Die Staatsanwaltschaft ist ins Spiel gekommen

Anders als die Debatte um Worte wartet die Staatsanwaltschaft nicht. Die Basisstaatsanwaltschaft in Gostivar hat wegen der Massenbeschwerden eine Ermittlung eingeleitet, und die Quelle in Vrutok wurde unter strenge Polizeikontrolle gestellt, um jede weitere Verunreinigung des Geländes zu verhindern. Dringende Laboruntersuchungen der Proben laufen am Institut für öffentliche Gesundheit.

Die Ergebnisse der toxikologischen und mikrobiologischen Analysen werden in diesen Tagen erwartet, danach wird der Staatsanwalt entscheiden, ob es Grundlage für eine Strafverfolgung wegen Gefährdung der Gesundheit der Bürger gibt. Erst dann wird man wissen, ob der Erreger ein Bakterium, ein Virus, ein Parasit oder etwas Schwereres ist - Schwermetalle.

Doch eine Frage hängt bereits in der Luft, unabhängig von den Laborbefunden. Wie kam es überhaupt dazu, dass in einer Stadt unsicheres Wasser durch die Leitung fließt - und wer hätte das seit Jahren verhindern sollen? Ein Wassersystem versagt nicht über Nacht. Der Verfall ist immer schleichend, leise, bis jemand krank wird. Gostivar zahlt diese Rechnung jetzt mit seiner Gesundheit.