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275 Jahre Hraschtschina-Meteorit - der erste dokumentierte Fall aus dem All in der Geschichte der Wissenschaft

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275 Jahre Hraschtschina-Meteorit - der erste dokumentierte Fall aus dem All in der Geschichte der Wissenschaft

Am 26. Mai 1751, gegen 18 Uhr, fiel ein Meteorit im Dorf Domovec bei Hraschtschina in der kroatischen Region Zagorje. Heute, 275 Jahre später, würdigt das Kroatische Naturhistorische Museum dies als Schlüsselmoment in der Geschichte der Wissenschaft - und das ist keine Übertreibung. Damals wurde zum ersten Mal in der Geschichte ein offizielles Dokument mit Augenzeugenaussagen zum Fall eines Körpers aus dem All auf die Erde verfasst.

Klingt klein. Aber im Kontext des 18. Jahrhunderts hatte das revolutionäre Bedeutung. Viele Wissenschaftler glaubten damals nicht, dass Materialien aus dem All den Boden erreichen können - die Vorstellung von Steinen, die vom Himmel fallen, sah aus wie Dorfaberglaube. Der Hraschtschina-Meteorit holte diese Zweifel aus der Wissenschaft und brachte sie in Dokumente.

Ein Stück des Meteoriten ist bis heute in der Sammlung des Museums erhalten. Der Meteorit besteht aus Eisen mit einem hohen Nickelanteil. Der Forscher Alois von Widmanstätten analysierte die Kristallstrukturen darin - Strukturen, die heute seinen Namen tragen (Widmanstättensche Figuren). Später wurden auch die Neumann-Linien entdeckt - Spuren intensiver Kollisionen im Asteroidengürtel.

Was bedeutet das für Leser, die keine Wissenschaftler sind? Dass jeder Meteorit ein Stück der Geschichte des Sonnensystems ist - älter als der Planet, auf dem wir leben. Wenn man Eisen aus einem Meteoriten analysiert, blickt man auf Materie, die vor der Erde entstand, in Sternen, die vor Milliarden Jahren explodierten. Das Stück in Zagreb ist kein „seltsamer Stein". Es ist ein Zeuge kosmischer Ereignisse.

Das Museum hält am Dienstag um 18 Uhr einen kostenlosen öffentlichen Vortrag mit dem Titel „Geologische Beweise für den Asteroideneinschlag, der das Zeitalter der Dinosaurier beendete". Vortragender: Zvonimir Drvar, leitender Kurator am Technischen Museum „Nikola Tesla". Wer die Gelegenheit hat, 60 Minuten über kosmische Einschläge zu hören, die den Lauf des Lebens auf der Erde veränderten - das ist eine Veranstaltung, die man nicht verpasst.