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80 kopflose Skelette, 7.000 Jahre alt, in der Slowakei gefunden: kein Massaker, sondern ein Ritual

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80 kopflose Skelette, 7.000 Jahre alt, in der Slowakei gefunden: kein Massaker, sondern ein Ritual

In der Slowakei haben Archäologen eine rund 7.000 Jahre alte Stätte mit Dutzenden menschlichen Skeletten freigelegt - allesamt kopflos. Am Fundort bei Vrable wurden in zwei Gräben fast 80 enthauptete Skelette gefunden, insgesamt sind über hundert Personen identifiziert. Die Zahl werde, so die Forscher, wohl noch steigen.

Die Stätte gehört zur Linearbandkeramik-Kultur - einer der frühesten Ackerbaugemeinschaften Europas, die sich vor etwa 7.500 Jahren über Mitteleuropa ausbreitete. Die Siedlung bei Vrable hatte Hunderte Häuser, in Viertel gegliedert; nur eines, von zwei Gräben umschlossen, diente einem anderen Zweck als die üblichen Gräber neben den Häusern. Dort lagen statt Keramik und geopferter Lämmer Körper ohne Köpfe - mit einem Kind als einziger Ausnahme unter den Erwachsenen.

Der erste Instinkt ist, an ein Massaker zu denken. Doch die Wissenschaft ist vorsichtiger. „Es geht nicht um gewaltsame Enthauptung, sondern um die gezielte Entfernung des Schädels", sagt die biologische Anthropologin Katharina Fuchs von der Universität Kiel. Studienleiter Martin Furholt ergänzt, es handle sich um „soziale Praktiken" mit begrenzten Konfliktspuren, nicht um ein blutiges Ereignis.

Mit anderen Worten: Unsere Vorfahren hatten vor siebentausend Jahren Rituale, die uns heute makaber erscheinen, für sie aber ihre eigene Logik hatten. Kopflose Skelette tauchten an mehreren neolithischen Orten in ganz Europa auf - ein Hinweis auf eine verbreitete Praxis, vielleicht verbunden mit einem Ahnen- oder Götterkult. Fast 160 Meter des Grabensystems sind noch unausgegraben. Vielleicht warten dort, irgendwo, auch die fehlenden Schädel - und mit ihnen eine weitere Geschichte darüber, wie wenig wir wirklich über jene vor uns wissen.