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Mazedonien in Kyjiw, um seine EU-Integrationserfahrung zu teilen: eine Erfahrung des Wartens, nicht des Beitritts

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Mazedonien in Kyjiw, um seine EU-Integrationserfahrung zu teilen: eine Erfahrung des Wartens, nicht des Beitritts

Der Erste stellvertretende Ministerpräsident und Minister für europäische Angelegenheiten, Bekim Sali, stieg am Tag, an dem die Ukraine ihre Staatlichkeit feiert, am Bahnhof von Kyjiw aus dem Zug. Auf dem Bahnsteig empfingen ihn der stellvertretende Außenminister der Ukraine, Oleksandr Mischtschenko, und der mazedonische Botschafter Dimitar Blaževski. Der Anlass - der Gipfel Ukraine - Südosteuropa, bei dem Mazedonien unter den Ländern sitzt, die Kyjiw die Hand reichen.

Laut einer Mitteilung aus dem Kabinett des Ministers ist Salis Teilnahme eine Bestätigung der fortgesetzten Unterstützung Mazedoniens für die Ukraine - für ihre Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität sowie für ihre europäische Perspektive. Auf der Plenarsitzung, so wird angekündigt, wird Sali die Bereitschaft unseres Landes bekräftigen, diese Unterstützung fortzusetzen.

Doch ein Teil der Ankündigung lohnt eine zweite Lektüre. Sali werde, so heißt es, die Erfahrung und Expertise teilen, die Mazedonien im Prozess der europäischen Integration erworben hat. Und hier bekommt die Geschichte ihren bitteren Beigeschmack. Ein Land, das seit Jahrzehnten an der Türschwelle der Union wartet, das durch Prespa gegangen ist, Veto um Veto und Aufschub um Aufschub, zieht nun los, um Kyjiw beizubringen, wie man diesen Weg geht.

Die Ironie liegt nicht in Sali, auch nicht in Mazedonien - sie liegt im Prozess selbst. Unsere „Erfahrung in der europäischen Integration" ist eine Erfahrung des Wartens, nicht des Beitritts. Wenn es etwas mit der Ukraine zu teilen gibt, dann vielleicht die wichtigste Lektion überhaupt: dass Reformen und Engagement manchmal nicht ausreichen, wenn auf der anderen Seite des Tisches der politische Wille fehlt. Das ist eine Lektion, die wir teuer bezahlt haben.

Der Gipfel bringt Staats- und Regierungschefs sowie hochrangige Vertreter aus der Ukraine und den Ländern Südosteuropas zusammen, mit Schwerpunkt auf regionaler Zusammenarbeit und Unterstützung für Kyjiws europäische Agenda. Die Anwesenheit Mazedoniens an einem solchen Tisch ist gut - dort gehören wir hin. Es bleibt nur die Frage, ob unser eigener Platz in der Union selbst eines Tages aufhören wird, ewig „auf dem Weg" zu sein, und Wirklichkeit wird.