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Mickoski und Plenković unterzeichneten strategische Partnerschaft in Ohrid - die Botschaft an Brüssel lautete: Den Preis des Wartens zahlen wir

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Mickoski und Plenković unterzeichneten strategische Partnerschaft in Ohrid - die Botschaft an Brüssel lautete: Den Preis des Wartens zahlen wir

Premierminister Hristijan Mickoski und der kroatische Premierminister Andrej Plenković unterzeichneten am 26. Mai in Ohrid ein Abkommen über strategische Partnerschaft zwischen Mazedonien und Kroatien. Der Vertrag umfasst Verkehr, Energie, IKT, Industrie, Gesundheit, Bildung und Sicherheit - fast alle denkbaren Sektoren, was in der Diplomatie entweder alles oder nichts bedeutet.

Warum Kroatien? Kroatien ist seit 2013 EU-Mitglied, hat ähnliche Hürden auf dem Weg überwunden, und sein Premierminister spricht offen über die ungleiche Behandlung verschiedener Kandidaten. Der kroatische Präsident Zoran Milanović erklärte zuvor, es sei „ungerecht", dass Mazedonien weiterhin „endlose Änderungen der Bedingungen" erlebe. Trotz innenpolitischer Differenzen sind Plenković und Milanović in dieser Frage auf derselben Seite.

Mickoski nutzte den Moment, um zu wiederholen, was er mehrfach vorher gesagt hat: „Es gibt keine Möglichkeiten mehr für identitätsbezogene Zugeständnisse, keine Schritte zurück." Mit anderen Worten - bulgarische Forderungen nach Verfassungsänderungen, die Bulgaren als Teil der Identitätsbeschreibung „einfügen", liegen nicht auf dem Tisch. Wir sind bereit, den Preis des Wartens zu zahlen, sagte Mickoski, statt ein weiteres Zugeständnis zu machen.

Das ist eine starke Aussage. Der Preis des Wartens bedeutet für Mazedonien weitere Stagnation auf dem EU-Weg - vielleicht weitere 5 oder 10 Jahre. Wirtschaftlich heißt das weniger ausländische Investitionen, weniger Infrastrukturmittel, größere Abwanderung der Jungen. Politisch bedeutet es, dass VMRO-DPMNE die Erzählung „wir haben die Identität nicht aufgegeben" aufbaut, was wahltaktisch stark ist. An der Schnittstelle dieser beiden Linien sitzt Mickoski.

Zahlen für beide Länder: rund 300 Millionen Euro Jahreshandelsvolumen, mit Wachstumsspielraum. Eine neue Flugverbindung nach Ohrid soll die Besucherzahlen anheben. Das Energiememorandum ist besonders wichtig - Kroatien hat Zugang zum LNG-Terminal auf der Insel Krk und Diversifizierungs-Expertise nach Russlands Invasion in der Ukraine. Für Mazedonien, das weiterhin von Gazprom abhängt, ist das eine wesentliche Chance.

Kritisch ist aber - „strategische Partnerschaft" ist ein Begriff, der oft auf dem Papier bleibt. Ohne konkrete Arbeitsgruppen, messbare Ziele und Zeitpläne ist es ein diplomatisches Foto. Der Test wird sein, ob in den nächsten 6 Monaten konkrete Projekte unterzeichnet werden - keine neuen „Abkommen", sondern echte Lieferungen. Kroatien hat seinen Teil gesagt - jetzt ist Mazedonien an der Reihe.