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Optimismus ist keine Augenfarbe, die man erbt - 70 Prozent liegen in deinen Händen

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Optimismus ist keine Augenfarbe, die man erbt - 70 Prozent liegen in deinen Händen

„Mit Optimismus wird man entweder geboren oder nicht" - genau diese Überzeugung, sagen Psychologen, ist das größte Hindernis dafür, dass Menschen heiterer werden. Denn es stimmt nicht. Optimismus ist keine Augenfarbe, die man erbt, sondern eine Fähigkeit, die man trainiert - und die Zahlen bestätigen es.

Laut der Psychologin Diana Jiménez haben nur 25 bis 30 Prozent unserer Neigung zu Optimismus oder Pessimismus eine genetische Grundlage, verbunden mit der Regulierung von Serotonin und Dopamin. Die übrigen 70 Prozent kommen aus Erfahrung, Bildung, Beziehungen und den Entscheidungen, die wir treffen. Mit anderen Worten: Der größere Teil liegt in unseren Händen - nur wissen die meisten nicht, dass sie ihn bewegen können.

Jiménez bietet vier konkrete Übungen. Erstens ein Dankbarkeitstagebuch - schreibe jeden Abend drei konkrete Dinge auf, für die du dankbar bist, mit Details, nicht allgemein. Zweitens kognitive Umdeutung - wenn dich ein dunkler Gedanke erwischt, frage dich, was das Schlimmste ist, das passieren kann, was das Beste, und was das Wahrscheinlichste. Drittens die Regel der drei Möglichkeiten - stelle bei jeder belastenden Situation fest, ob du sie kontrollieren, ändern oder nur akzeptieren kannst.

Die vierte ist vielleicht die am wenigsten erwartete: etwas Nützliches für einen anderen Menschen zu tun. Das aktiviert die Ausschüttung von Oxytocin und Serotonin - das heißt, anderen zu helfen macht dich buchstäblich glücklicher. Hinzu kommen die gewöhnlichen, vertrauten Dinge: Meditation, guter Schlaf, eine Ernährung reich an Omega-3 und Magnesium und körperliche Aktivität.

Doch Jiménez' wichtigster Satz ist der am wenigsten glamouröse: „Beständigkeit ist wichtiger als Intensität." Studien zeigen, dass eine neue Gewohnheit im Schnitt etwa 66 Tage braucht, um automatisch zu werden. Optimismus ist also keine Stimmung, die einen an einem guten Morgen überkommt - sondern etwas, das Tag für Tag aufgebaut wird, wie alles andere, das zählt.