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Schweiz öffnet die Mengele-Akten - der Engel des Todes von Auschwitz lebte möglicherweise unter falscher Identität in Zürich

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Schweiz öffnet die Mengele-Akten - der Engel des Todes von Auschwitz lebte möglicherweise unter falscher Identität in Zürich

Die Schweiz öffnet endlich ihre geheimen Akten zu Josef Mengele - SS-Arzt in Auschwitz, bekannt als „Engel des Todes". Die Dokumente waren bis 2071 versiegelt, offiziell begründet mit „nationaler Sicherheit". Nach Druck von Historikern und einem Gerichtsverfahren sollen sie nun freigegeben werden. Die Frage ist - unter welchen Bedingungen und wie stark geschwärzt?

Mengele war einer der bekanntesten Kriegsverbrecher des 20. Jahrhunderts. In Auschwitz entschied er, wer direkt in die Gaskammern ging und wer für seine medizinischen Experimente „ausgewählt" wurde - vor allem Kinder und Zwillinge. Rund 1,1 Millionen Menschen starben in Auschwitz, überwiegend Juden. Er wurde nie verhaftet und stand nie vor Gericht - er starb 1979 in Brasilien unter falschem Namen, erst 1992 durch eine DNA-Analyse identifiziert.

Die Beweise für seine Anwesenheit in der Schweiz fanden die Historiker Regula Bochsler und Gerard Wettstein. Wettstein ging vor Gericht, eröffnete eine Crowdfunding-Kampagne und sammelte 18.000 Schweizer Franken für die Verfahrenskosten. Die Beweise: Mengele fuhr 1956 mit seinem Sohn in den Schweizer Alpen Ski. Seine Frau mietete 1961 in Zürich eine Wohnung in der Nähe des internationalen Flughafens. Der österreichische Nachrichtendienst warnte damals die Schweizer Kollegen, Mengele reise mit falscher Identität. Die Polizei beobachtete die Wohnung.

Und dennoch - nichts. Niemand intervenierte. Das wirft eine größere Frage auf: Schauten die Schweizer Behörden absichtlich weg? Oder wurde der Zugang zu Informationen, die in einer Polizeiaktion hätten enden können, systemisch blockiert? Historiker befürchten, dass die jetzt freigegebenen Dokumente „stark geschwärzt" sein werden.

Für die Balkan-Öffentlichkeit ist das nicht nur Geschichte. Es ist eine stille Erinnerung, dass selbst die neutralsten Institutionen ihren Preis haben, besonders wenn es um Geld, Identität und den Schutz von „Freunden des Regimes" geht. Wie viele Jahre verschleppte der Balkan Kriegsverbrecher in neutrale Länder - und wie viele Jahre behaupteten dieselben Institutionen, sie wüssten „nichts davon"? Die Schweiz öffnet sich jetzt - aber die Frage ist: Werden wir etwas sehen oder werden wir Tinte sehen?