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Seen sicher zum Baden - vorerst: Unter der Oberfläche lauern Fäkalien, Sickergruben und Pestizide

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Seen sicher zum Baden - vorerst: Unter der Oberfläche lauern Fäkalien, Sickergruben und Pestizide

Das Wasser ist sicher zum Baden - vorerst. Dieses „vorerst“ ist das Schlüsselwort im jüngsten Bericht des Instituts für öffentliche Gesundheit über die drei makedonischen Seen. Die Strände des Ohrid-, Prespa- und Dojran-Sees bestehen den Test, Touristen können baden. Doch unter der Oberfläche lauern Fäkalien, Sickergruben und Pestizide, um die sich seit Jahrzehnten niemand kümmert.

Das größte Problem liegt genau dort, wo wir es am wenigsten wollen - am Ohrid-See, unserem einzigen Eintrag auf der UNESCO-Welterbeliste. Der Bericht nennt Hotels, Restaurants und Privathäuser am Ufer, die Abwasser in Sickergruben statt in das Kanalsammlersystem leiten. In Radožda ist die Lage am schärfsten: manche Sickergruben werden direkt in den See entleert oder liegen so nah am Ufer, dass ihr Inhalt ins Wasser sickert.

Der Prespa-See schneidet besser ab - an sechs Messstellen ist das Verschmutzungsrisiko gering. Aber auch dort nutzen einige Objekte noch primitive Sickersysteme, und die Kläranlage bei einem Kinderferienheim funktioniert nicht. Am Dojran-See kommt die Hauptgefahr aus der Landwirtschaft: Pestizide und Kunstdünger von den umliegenden Feldern sickern ins Grundwasser und von dort in den See.

Die Empfehlungen des Instituts sind bis zur Langeweile bekannt: den Kanalsammler fertigstellen, direkte Einleitungen verhindern, kontinuierliches Monitoring. Das Problem ist, dass sich dieselben Empfehlungen seit Jahrzehnten wiederholen - und auf dem Papier bleiben. Wie viele Berichte müssen geschrieben werden, bis jemand einen einzigen Kanalsammler zu Ende gräbt?

„Vorerst sicher“ ist eine Formel mit Ablaufdatum. Die Seen tragen die Folgen einer Infrastruktur, die nie fertiggestellt wurde, und einer Aufsicht, die nur in der Sommersaison einsetzt, wenn Touristen da sind und jemand nachfragt. Sollte der UNESCO-Status fallen, dann nicht wegen eines schlechten Tages - sondern wegen jahrzehntelang aufgeschobener Lösungen. Und dann wird die Formel nicht „vorerst sicher“ lauten, sondern „zu spät“.