Neue Bänke und sanierte Pavillons im Park Makedonija: Überstehen sie auch nur einen Winter unbeschädigt?
13.06.2026
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12.04.2026
Präsidentin Gordana Siljanovska-Davkova sandte eine Botschaft, die in einem Satz die gesamte mazedonische Kluft zu Brüssel und Sofia zusammenfasst: Hören wir auf, Zeit mit historischen Fragen zu verschwenden, und europäisieren wir uns durch Reformen. Leicht gesagt, schwer getan - denn gerade die Geschichte ist es, wo die Verhandlungen seit Jahren stocken.
Ihre These lautet: Identitäts- und Geschichtsstreitigkeiten sind aus der Identität und den Verfassungsakten der EU ausgeschlossen und haben daher in Beitrittsverhandlungen nichts zu suchen. Stattdessen ruft sie zu „Verfassungspatriotismus“ auf und erinnert daran, dass die Verfassung bereits 36 Mal geändert wurde - meist auf äußeren Druck, was für sie ein Zeichen eines unangemessenen Verhältnisses zum Verfassungsrecht ist.
Hinter dem diplomatischen Vokabular steht eine direkte Botschaft an Sofia: Der Kern eines Vertrags über gute Nachbarschaft sollte Zusammenarbeit und Unterstützung auf dem Weg in die EU sein, nicht Blockaden, Vetos und historische Bedingungen. Mit anderen Worten - lasst uns europäisieren, statt ständig dieselbe Vergangenheit aufzureißen.
Und hier ist die unangenehme Realität, dass eine Botschaft für sich genommen nichts ändert. Brüssel besteht darauf, dass Verfassungsänderungen Bedingung für die Eröffnung der Verhandlungen sind; die Präsidentin fordert eine Mitgliedschaft auf Basis der Kopenhagener Kriterien, ohne Identitätsbedingungen. Die beiden Positionen prallen aufeinander, und keine Erklärung - so zutreffend sie auch sei - schließt dieses Loch.
Die Frage für den Bürger ist einfacher als all das: Wie viele Jahre drehen wir uns noch im Kreis „Geschichte gegen Zukunft“, während jüngere Generationen gehen und nicht darauf warten, dass der Streit gelöst wird? Siljanovska fordert, keine Zeit zu verschwenden - doch die Uhr tickt längst, und nicht zu unseren Gunsten.
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