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Rund 4.000 Erkrankte in Gostivar - und in Leshok ist das Wasser seit einem Jahrzehnt unbrauchbar

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Rund 4.000 Erkrankte in Gostivar - und in Leshok ist das Wasser seit einem Jahrzehnt unbrauchbar

Eine ganze Woche lang stehen die Menschen in Gostivar bei Julihitze für Flaschenwasser an. Rund 4.000 Menschen erkrankten, nachdem sich das Wasser der städtischen Leitung als Quelle einer Epidemie erwies. Gesundheitsminister Sasho Klekovski sagt, die Krise gehe in eine ruhigere Phase über - doch das Wasser darf weiterhin nicht einmal als Brauchwasser verwendet werden.

Die Zahlen sind besser, das Leben nicht

Nach den jüngsten Daten hat sich die Zahl der neu gemeldeten Fälle halbiert: 80 an einem Tag, doppelt so wenige wie zuvor. Im Krankenhaus von Gostivar wurden gestern 65 Patienten mit Magen-Darm-Beschwerden behandelt, alle erhielten eine symptomatische Therapie. Die Gesamtzahl der Erkrankten seit Beginn der Krise liegt bei rund 4.000.

Der Grund für die fortdauernde Beschränkung ist konkret und klein: zu wenig Restchlor. „Ob das Wasser bis zu einem gewissen Grad sicher ist, sieht man daran, wie viel Chlor darin ist - und das hat das gewünschte Niveau noch nicht erreicht“, erklärte Klekovski. Erst wenn regelmäßige Analysen an mehreren Messstellen eine ausreichende Chlorung bestätigen, wird die Nutzung als Brauchwasser freigegeben. Nicht zum Trinken - als Brauchwasser.

Unterdessen ist der Alltag in der Stadt in Einzelteile zerfallen. 70-Jährige warten anderthalb Stunden an den Ausgabestellen für Flaschenwasser. Gastronomen arbeiten mit gekauftem Wasser und berichten von halbiertem Umsatz. „Unser Umsatz und die Zahl der Gäste haben sich halbiert“, sagten einige von ihnen. Der Sommer ist die Saison, in der sie das ganze Jahr verdienen.

Leshok: kein Geheimnis, nur nie gelöst

Während Gostivar auf Chlor wartet, öffnete sich eine zweite Front. SDSM-Chef Venko Filipche erklärte unter Berufung auf einen Whistleblower-Bericht, das Wasser im Spezialkrankenhaus für Lungenkrankheiten und Tuberkulose in Leshok sei verunreinigt gewesen - eine Probe aus einem Wasserhahn im Krankenhaus wies 51 coliforme Bakterien pro 100 Milliliter auf, mit dem Befund, dass es der Trinkwasserqualität nicht entspricht. Er forderte eine sofortige außerordentliche Überprüfung aller Wasserversorgungssysteme im Land.

Die Antwort des Ministers ist das, was diese Geschichte schwerer macht als eine Epidemie. Klekovski sagte, das sei überhaupt kein Geheimnis, da der Zustand seit mehr als einem Jahrzehnt bestehe, und das Krankenhaus nutze seit Jahren Wasserspender für Trinkwasser, während die örtliche Bevölkerung über die Lage informiert sei. Er fügte hinzu, das Gesundheitsministerium habe zwischen 2017 und 2022 die regelmäßig eingehenden Befunde sehen können - auch damals sei das Wasser unbrauchbar gewesen.

Zehn Jahre lang hat also ein Krankenhaus, in dem Menschen mit Lungenerkrankungen behandelt werden, Wasser, das nicht trinkbar ist; dokumentiert in regelmäßigen Befunden; und die Lösung hieß - Wasserspender. Die Formulierung „kein Geheimnis“ ist zutreffend. Genau deshalb ist sie die schlechtestmögliche Antwort. Das Problem war nicht versteckt, es war akzeptiert.

Das Problem ist größer als eine Stadt

Klekovski ging noch weiter: In weiten Teilen des ländlichen Mazedoniens seien die örtlichen Wasserleitungen bakteriologisch unbrauchbar, besonders in den Sommermonaten, wegen niedriger Pegelstände und höheren Verbrauchs, wenn die im Ausland lebenden Menschen nach Hause kommen. Er erinnerte daran, dass Überwachung und Verantwortung für die Trinkwasserqualität laut Gesetz direkt bei den kommunalen Versorgungsbetrieben liegen, die von den Gemeinden gegründet wurden.

Und genau darin liegt der Kern. Die Verantwortung ist so präzise verteilt, dass sie niemandem mehr gehört. Gemeinden gründen Betriebe, Betriebe führen die Leitungsnetze, Ortsgemeinschaften betreiben die ländlichen Systeme, das Ministerium sieht sich die Befunde an. Jeder hat ein Stück, niemand hat das Ganze. Und so wartet man in Leshok zehn Jahre später auf zwei Proben, um zu sehen, ob das Leitungswasser endlich trinkbar wird.

In Gostivar erwartete man bis Ende dieser Woche technisch nutzbares Wasser und bis Ende der nächsten auch Trinkwasser. Vorerst bleibt das Verbot in Kraft, mitten im Sommer.