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Das Dach fiel drei Tage, nachdem das Gericht entschied, der Bauunternehmer habe ordnungsgemäß gearbeitet: Die Bewohner von Karpoš warnten seit Jahren

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Das Dach fiel drei Tage, nachdem das Gericht entschied, der Bauunternehmer habe ordnungsgemäß gearbeitet: Die Bewohner von Karpoš warnten seit Jahren

Manche Geschichten sind so ironisch, dass sie erfunden wirken. In der Straße „Radika” in Karpoš 3 stürzte während des gestrigen Unwetters ein Teil der Dachkonstruktion eines Gebäudes ein - nur drei Tage, nachdem das Gericht entschieden hatte, dass der Bauunternehmer, der eben dieses Dach errichtet hatte, ordnungsgemäß gearbeitet habe und keine Verantwortung trage.

Die Bewohner hatten jahrelang einen Rechtsstreit mit dem Bauunternehmer geführt, mit der Behauptung, das Dach sei schlecht gebaut. Sie engagierten Gutachter und Anwälte. Und sie verloren - das Gericht stellte sich auf die Seite des Bauunternehmers und verpflichtete sie, saftige Gerichtskosten zu zahlen. Drei Tage später fiel das Dach, vor dem sie gewarnt hatten, und gab ihnen auf die grausamste Weise recht.

Der Sachschaden ist groß, doch glücklicherweise gab es keine Verletzten - obwohl, wie die Bewohner erzählen, ein Nachbar einer schweren Verletzung nur knapp entging. Jovana Stefanovska, eine der Bewohnerinnen, beschrieb die gesamte Situation als Katastrophe und warf eine Frage auf, die weit über Karpoš hinaus nachhallt: „In Makedonien überleben wir aus reinem Glück, während Leben verloren gehen, ohne dass jemand Verantwortung trägt.”

Ihre Forderung ist direkt und schwer zu bestreiten. „Wenn die Gemeinde Karpoš und die anderen Gemeinden nicht alle für die eingestürzten Dächer verantwortlichen Bauunternehmer strafrechtlich verfolgen, mit dauerhaftem Entzug der Lizenzen und lebenslangem Berufsverbot, dann amnestieren sie diese Straftat.” Mit anderen Worten: Wenn das System, das diese Dächer durchgelassen hat, jetzt wegschaut, lautet die Botschaft an jeden Bauunternehmer, dass schlechtes Bauen keinen Preis hat.

Und hier ist der Kern der Geschichte. Es geht nicht nur um ein Dach und ein Gebäude, sondern um die Frage, wem die Institution glaubt - den Bewohnern, die seit Jahren warnen, oder dem Bauunternehmer mit Anwälten. Wenn das Gericht zugunsten des Baus urteilt, der dann einstürzt, ist das nicht nur Pech. Es ist ein System, das verlangt, dass man ihm mehr vertraut, als es verdient hat. Und das nächste Dach, irgendwo in der Stadt, wartet bereits auf seinen Platz in der Reihe.