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UNESCO stellt Ohrid vor die schwarze Liste: Alle beschuldigen sich gegenseitig, während der See weiter verschmutzt

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UNESCO stellt Ohrid vor die schwarze Liste: Alle beschuldigen sich gegenseitig, während der See weiter verschmutzt

Ohrid steht erneut vor etwas, das ihm seit Jahren drohte und das niemand laut aussprechen wollte: ein Entscheidungsentwurf des UNESCO-Welterbekomitees, der vorschlägt, die Ohrid-Region in die Liste des Welterbes in Gefahr einzutragen. Keine Warnung, sondern ein Dokument. Und zwar ein Dokument, das kurz gesagt festhält, dass die Zusagen zum Schutz nicht eingehalten wurden.

Was folgte, war völlig vorhersehbar - ein politisches Gezänk, in dem jede Seite die Schuld auf die andere schiebt, während der See in der Zwischenzeit weiter verschmutzt.

Die Opposition: null Fortschritt

Die SDSM behauptet, der Entscheidungsentwurf sei eine offizielle Bestätigung des institutionellen Versagens. Ihr zufolge wurden im vergangenen Zeitraum illegale Bauten nicht entfernt, der Abriss unerlaubter Plattformen an den Stränden gestoppt, umstrittene detaillierte Bebauungspläne nicht ausgesetzt, und Infrastrukturprojekte werden ohne die vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung durchgedrückt. Sie verweisen besonders auf den Standort „Gorica 3”, wo, wie sie sagen, entgegen dem Managementplan ein massiver Hotelkomplex gebaut wird.

Die Gemeinde: Ihr habt das gemacht

Die Gemeinde Ohrid weist die Vorwürfe zurück und kontert, dass gerade die Politik aus der Zeit, als die SDSM an der Macht war, zum jetzigen Zustand geführt habe. Sie zählt Maßnahmen vor Ort auf - eine Kläranlage in Trpejca, eine neue Abwasserkanalisation, begrenzte Umsetzung neuer Bebauungspläne - und betont, dass der Status Ohrids mit Taten verteidigt werde, nicht mit Parteimitteilungen. Sie fügt sogar einen Aufruf zu einem Fernsehduell hinzu.

Die Frage, die nicht gestellt wird

Während sich die beiden Seiten gegenseitig beschuldigen, stellt die Partei Einheitliches Mazedonien eine Frage, die über das tägliche Gezänk hinausgeht: Sie fordert die Einleitung eines Verfahrens zur Konfiszierung des umstrittenen Hotelkomplexes, der mit Saša Mijalkov in Verbindung steht und von dem Bürgerorganisationen seit Jahren behaupten, er sei außerhalb der gesetzlichen Regeln errichtet worden. Der Staat, sagen sie, müsse zeigen, dass es keine unantastbaren Einzelpersonen gibt.

Und hier liegt der Kern der ganzen Geschichte. Die UNESCO interessiert nicht, wer in welchem Jahr Bürgermeister war. Das Komitee sieht Schwarzbauten, ein besetztes Ufer und einen verschmutzten See - und dafür muss jemand geradestehen, unabhängig von der Parteifarbe. Die Regierung hat eine sechsjährige Frist beantragt, um die Beanstandungen zu erfüllen. Die Frage ist, ob diese sechs Jahre mit Arbeit vor Ort verbracht werden oder mit weiteren sechs Jahren gegenseitiger Schuldzuweisungen, während Ohrid den Stempel „in Gefahr” erhält.