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Skopje baut seinen größten ökologischen Schutzschild - doch einen sauberen Vardar gibt es erst 2030

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Skopje baut seinen größten ökologischen Schutzschild - doch einen sauberen Vardar gibt es erst 2030

„Der größte ökologische Schutzschild.“ „Eine historische Wende.“ „Ein saubererer Vardar für die kommenden Generationen.“ Skopjes Bürgermeister Orce Gjorgjievski reihte gestern alle richtigen Worte für die Kläranlage aneinander - ein Projekt, das man ehrlich gesagt wirklich braucht. Es bleibt nur eine Frage, und die wird unangenehm, sobald man die Zahl am Ende liest: wann?

Die Antwort lautet 2030. Die Bauarbeiten sind zu etwa 40 Prozent fertig, der komplette Bau ist für die erste Hälfte 2028 vorgesehen, danach folgen zwei Jahre Probebetrieb - was heißt, dass die Anlage erst in der ersten Hälfte 2030 tatsächlich läuft. Anders gesagt: Der Vardar wird Skopjes Abwasser noch mindestens vier Sommer lang schlucken.

Bezeichnend ist, dass selbst der Bürgermeister den Rückstand offen zugibt. „Nach dem anfänglichen Stillstand, verursacht durch unabgeschlossene Verwaltungsverfahren, nicht verabschiedete Detailbebauungspläne, die Enteignung von Grundstücken und verspätete Zahlungen an den Auftragnehmer“ - sagt er - „läuft der Bau heute in beschleunigtem Tempo.“ Also: ein Eingeständnis, dass das Projekt schon wegen Verwaltung, nicht verabschiedeter Pläne und nicht rechtzeitig bezahlter Rechnungen in Verzug war. Eine klassische mazedonische Infrastrukturgeschichte, verpackt in die Sprache des Erfolgs.

Das Projekt umfasst rund 60 Bauwerke und ist tatsächlich das größte seiner Art im Land. Wenn es läuft, wird die Wirkung auf den Vardar und auf die Gesundheit der Skopjer real sein - das steht außer Frage. Fraglich ist, ob das „beschleunigte Tempo“ den Test der Zeit besteht, oder ob aus 2030 doch 2032 wird, wie es hier gerne passiert.

Eine Kläranlage, die funktioniert, ist mehr wert als sämtliche Pressekonferenzen über sie. Deshalb zählt nicht der Prozentsatz von heute, sondern das Datum, an dem das Abwasser der Stadt aufhört, direkt in den Fluss zu fließen. Bis dahin ist der „größte ökologische Schutzschild“ Beton im Bau - ein sinnvolles Projekt, aber noch immer nur ein Versprechen.