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Fäkalien fließen in den Ohridsee, aber Baden ist sicher: Beide Aussagen stimmen, und das ist das Problem

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Fäkalien fließen in den Ohridsee, aber Baden ist sicher: Beide Aussagen stimmen, und das ist das Problem

Der Ohridsee ist sicher zum Baden, sagen die Fachleute des Instituts für öffentliche Gesundheit. Gleichzeitig fließen Fäkalien und Abwässer aus Hotels, Restaurants, Häusern und ganzen Dörfern in denselben See. Beide Aussagen stimmen. Und genau das ist das Problem.

Der Bericht des Instituts zur Wasserqualität für 2026 hat eine Reihe von Verschmutzungsquellen entlang der Uferlinie ermittelt, von Sveti Naum bis Radozhda. Hotels und gastronomische Objekte, Privathäuser zwischen dem Strand Saraishte und der Kirche Sveta Sofia sowie ländliche Siedlungen wie Trpejca, Ljubanishta und Radozhda nutzen Sickergruben, die sich direkt in den See oder in seine unmittelbare Nähe entleeren.

Am aufschlussreichsten ist der Fall Sveti Naum. Die dortige Kläranlage, 2013 gebaut, hat nur einen Zerkleinerer für die Fäkalien, aber keine Filter und keine Chlorung der Abwässer vor der Einleitung in den See. Mit anderen Worten - die Fäkalien werden zerkleinert, aber nicht behandelt. Das ist keine Klärung, das ist direkte Verschmutzung mit einem zusätzlichen Schritt.

Das Sammelsystem, das die Abwässer von Ohrid und Struga zur Kläranlage in Vranishta führt, existiert, doch viele Objekte sind überhaupt nicht daran angeschlossen. Auf dem Abschnitt von Struga bis Radozhda etwa ist nur ein einziges Hotel mit dem System verbunden. Der Rest geht dorthin, wo es am einfachsten ist - ins Wasser.

Die Ergebnisse der Laboranalysen von Mai und Juni 2026 zeigten, dass das Wasser an den meisten Messstellen erster Klasse und sicher zum Baden ist, mit Ausnahme des Strandes Grashnica, der wegen der Einleitung von Regenwasser mit dritter Klasse bewertet wurde. Also, vorerst, badet in Ruhe. Aber „vorerst” ist das Schlüsselwort.

Das Institut empfiehlt, dringend ein funktionierendes Sammelsystem fertigzustellen, die Fäkalien vom Regenwasser zu trennen und den ununterbrochenen Betrieb der Pumpstationen sicherzustellen, um Havarien bei starkem Regen zu verhindern. Empfehlungen, die sich seit Jahren wiederholen. Der See ist unsere größte natürliche Ressource und ein geschütztes Welterbe - und wir streiten immer noch darüber, ob wir die Häuser an die Kanalisation anschließen. Wie lange kann die Schönheit den Schmutz unter der Oberfläche verdecken?