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2.185 Scheidungen, 10.507 Eheschließungen: zwei Zahlen, die gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen laufen

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2.185 Scheidungen, 10.507 Eheschließungen: zwei Zahlen, die gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen laufen

Im vergangenen Jahr wurden in Mazedonien 2.185 Scheidungen registriert. Das sind acht Prozent mehr als im Jahr davor. Im selben Zeitraum wurden 10.507 Ehen geschlossen - 5,1 Prozent weniger als 2024.

Beide Zahlen laufen gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen, und genau das macht das Bild interessanter als jede Zahl für sich. Auf je 100 geschlossene Ehen kamen im vergangenen Jahr fast 21 Scheidungen.

Serbien ging in die andere Richtung

Nach offiziellen Daten des serbischen Statistikamts, veröffentlicht im Juli 2026, verzeichnete Serbien im Vorjahr 29.402 Eheschließungen und 10.148 Scheidungen - 4,4 Prozent weniger Scheidungen als 2024. Dort wurde der steigende Trend erstmals gebrochen.

Bei uns nicht. Bei uns steigt er, und zwar in einem Jahr, in dem die Zahl der Eheschließungen fällt. Also: Weniger Menschen gehen hinein, mehr kommen heraus.

Was die Statistik nicht sagt

Die staatliche Statistik erklärt nicht, warum. Sie zählt. In der öffentlichen Debatte werden meist hohe Lebenshaltungskosten, wirtschaftliche Unsicherheit, Abwanderung und veränderte Lebensgewohnheiten genannt - doch keiner dieser Faktoren wird in der amtlichen Erfassung gemessen.

Hier ist Vorsicht angebracht. Steigende Scheidungszahlen sind kein automatischer Krisenbeweis - wo Scheidung billiger, schneller und weniger stigmatisiert ist, steigt die Zahl, ohne dass die Ehen schlechter wären. Schwerer zu erklären ist der Rückgang bei den Eheschließungen. Diese 5,1 Prozent weniger Hochzeiten sind Menschen, die den Schritt nicht gegangen sind - aus eigener Entscheidung, aus Geldmangel, oder weil sie nicht mehr hier sind.

Wo wir im EU-Vergleich stehen

Laut Eurostat wurden 2023 in der Europäischen Union rund 1,8 Millionen Ehen geschlossen und rund 700.000 geschieden - also 4,0 Eheschließungen und 2,0 Scheidungen je tausend Einwohner. Die höchste Scheidungsrate hatte 2024 Lettland mit 2,8 je tausend, die niedrigste Malta mit 0,9.

Für Mazedonien sind diese Kennzahlen in derselben Vergleichsreihe nicht veröffentlicht - was selbst Teil des Problems ist: Zahlen gibt es, Kontext nicht. Die Institutionen veröffentlichen Scheidungen als Jahresdatum, nicht als Thema, zu dem jemand Politik entwirft.