Ein ausländischer Botschafter schockiert von Strugas Deponie: 30 Meter Müll am Ohridsee
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Ein Naturschatz, Jahrtausende alt, seit 2008 gesetzlich geschützt - und dennoch kam jemand auf die Idee, dafür privat Eintritt zu kassieren. Die Steinpuppen von Kuklica bei Kratovo, eines der seltensten geomorphologischen Wunder des Landes, sind zum Symbol dafür geworden, wie der Staat seine Juwelen sich selbst überlässt.
Der Ort zählt rund 150 Erdpyramiden von vier bis zehn Metern Höhe, geformt durch Jahrtausende der Erosion an Vulkangestein. Die Volkssage spricht von versteinerten Hochzeitsgästen einer verfluchten „fröhlichen Hochzeit" - doch die Wissenschaft ist nüchterner: Die Formationen sind bis zu 20.000 Jahre alt, nicht Millionen, wie manchmal behauptet wird.
Das Problem ist ein anderes und bodenständigeres. Quellen zufolge haben Privatpersonen ohne jede gesetzliche Grundlage improvisierte Schranken aufgestellt und kassieren seit Jahren Eintritt von einheimischen und ausländischen Touristen. Der versprochene Wachdienst funktioniert vor Ort nicht, es gibt keine physischen Barrieren, die Besucher vom Betreten des fragilen Gesteins abhielten, und das neue Infozentrum - obwohl es den Ort buchstäblich überschattet - ist selten geöffnet.
Der Preis dieser Vernachlässigung ist messbar. Wissenschaftler schätzen, dass die bekannteste Figurengruppe nur noch 500 bis 700 Jahre bestehen wird - und diese Zeitspanne kann sich halbieren, wenn das Betreten und das schlechte Management andauern. Die Gemeinde Kratovo, das Umweltministerium und das Kulturministerium schieben sich die Verantwortung seit Jahrzehnten hin und her.
Und hier liegt der Kern. Wenn keine Institution Hausherr sein will, taucht immer jemand auf, der kassiert, als wäre er es. Die Steinpuppen überlebten Jahrtausende allein; die Frage ist, ob sie noch ein paar Jahrzehnte unserer Fürsorge überleben.
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